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Stibiox-Alarm: Anwohner unzureichend geschützt ! PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Redaktion   
Dienstag, den 30. März 2010 um 09:59 Uhr

kleines Schildchen am Tor informiert über Gesundheitsgefährdung

 

Bereits seit einigen Tagen wird das ehemalige Stibiox-Gelände am Hungerkamp saniert.

Dort schlummert über Jahrzehnte die giftige Hinterlassenschaft der Fa. Stibiox.

Die Firma gibt es längst nicht mehr, die Stadt mußte sich des gefährlichen Drecks annehmen.


 

Arbeiter in Schutzanzügen  haben mit dem Abbruch der Gebäude begonnen - soweit, so gut.

Versäumt wurde allerdings, die Anwohner auf die Gefahren der Staubentwicklung hinzuweisen.

 

Das Umweltamt der Stadt informierte zwar über mögliche Lärmbelästigungen und LKW-Belastungen der Straße Hungerkamp, kein Wort aber über Schutzmaßnamen für die Menschen des Stadtgebietes.

Das Umweltamt der Stadt wurde deshalb seitens der Bürgerinitiative aufgefordert, umgehende Sicherungsmaßnahmen nicht nur für die Arbeiter, sondern vor allem auch für die angrenzenden Wohngebiete zu gewährleisten. Siehe dazu auch im Forum den Hilferuf

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 10. April 2010 um 18:11 Uhr
 
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Diskutieren (18 Posts)
Aw: Stibiox-Alarm: Wo sind die Anwohner?
Jun 15 2010 08:01:04
bruno schrieb:
Die Stadt hatte die Anwohner rund um das Stibiox-Gelände zu einer Informationsveranstaltung geladen. Immerhin stand das Versprechen im Raum, die Anwohner nun doch vor den Stäuben beim Abriß schützen zu wollen.

Wer aber gedacht hatte, die Anwohner könnten partnerschaftlich mitberaten, sah sich getäuscht.

Vier Varianten stellte die zuständige Umweltbehörde den leuten vor, um dann zu verkünden, man habe sich schon für die letzte entschieden: Bodenabtrag und dann Sprengung des Schornsteins.

Helle Empörung bei den Anwohnern, so hatte man sich eine offene Beratung nicht vorgestellt.
Die Leute fordern unmissverständlich die etwas teurere (es geht um etwa 70.000 €) aber für die Gesundheit der Menschen unabdingbare Abtragung des Schornsteins von Hand.


Nun behauptet Wendt, er habe mit den direkten Anwohnern gesprochen und diese seien für eine Sprengung, "damit die Arbeiten auf dem Gelände schneller beendet sind.", so das äußerst schwache Argument. Mit wie vielen Anwohnern hat denn Wendt gesprochen? Und mit wem?

Wo sind all die aufgebrachten Anwohner, die hell empört sind? Lassen die sich das bieten, dass irgendeiner zum hiesigen Blättchen läuft und ihre angebliche "Meinung" wiedergibt?
Oder sind die Anwohner nun wirklich für eine Sprengung, damit die dortigen Arbeiten rasch zu Ende geführt werden?
Ist es den Anwohnern also lieber, schnellstmöglich keine Bau- oder Abrissmaßnahmen dort vorzufinden, egal, ob dadurch krebserregende Stäube hochgeschleudert werden oder nicht?

Lassen sie sich also durch einen solchen Plattmacher vertreten?

Frau Mundvoll
#2371
Aw: Stibiox-Alarm: Anwohner unzureichend geschützt !
Jun 15 2010 07:12:16
Hey,
habe gerade den Artikel in der Hofberichterstattung gefunden:

GLIESMARODE. Bezirksbürgermeister Jürgen Wendt (CDU) wird heute dem Bezirksrat die Sprengung des alten Stibiox-Schornsteins empfehlen: "Ich habe mit den direkten Anwohnern gesprochen. Sie sind für eine Sprengung, damit die Arbeiten auf dem Gelände schneller beendet sind."

Heue um 19 Uhr wird der Bezirksrat das Thema in der Begegnungsstätte am Bad Gliesmarode diskutieren. Die Verwaltung wird mehrere Abriss-Varianten für den 50 Meter hohen Schornstein vorschlagen. Diskutiert wird auch ein Einhausen und Abtragen des Schornsteins.

Wendt berichtet, er habe bereits mit dem Umweltamt gesprochen und eine Untersuchung der umliegenden Häusern vor und nach der Sprengung verabredet. Schäden an den Häusern schlössen die Spreng-Experten zwar aus, dennoch müsse man auf Nummer sicher gehen.

Quelle:www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2048/artid/12410267

Zum Glück haben wir ja den Bezirksbürgermeister,ein Fachmann durch und durch,der sich schon einer Einbahnstraße bzw.Baustelle angenommen hatte und selbst tatkräftig Hand angelegt hat.
Und mit dem Umweltvernichtungsamt hat er auch schon gesprochen,wenn das nicht Tatendrang ist.
Ob das die Anwohner genau so sehen möchte ich doch stark bezweifeln.
Weiterhin hat sich heraus gestellt das die gleiche Firma mit dem Abriss beauftragt wurde,die unter anderen auch das Südkreuz A 39 baut.So wurden vermutungen laut das evt. die Abrisshalde von Stibiox evt. als Füllmaterial an das Südkreuz geliefert wurde,das wiederum den Spielmannsteich verseucht haben könnte und munter die Oker richtung Innenstadt fließt.
Vielleicht sollte man mal ein lecker Fläschen abfüllen und mitnehmen, dürfte genauso Qualitativ Hochwertig wie der Wein vom Milliumsberg sein, wo schon unser Oberstadtbaurat erklärte das alles vollkommen ungefährlich sei und Früchte aus den umliegenden Gärten bedenkenlos an die Kinder weiter gegeben werden könnten.
Wenn wir nicht solche Fachleute hätten,wo sollten wir da bloß bleiben.


#2370
Aw: Stibiox: Schornstein belastet?
Jun 09 2010 16:25:42
An Alex,

Zitat von der Fraktionsseite der BIBS: "...Ihr war bekannt, dass die Firma ohne Filter die Schadstoffe durch den Schornstein in die Luft abgab. Anlass der Untersuchung war damals, dass Jugendliche, die in unmittelbarer Nähe wohnten, an aggressivem Krebs verstarben. Nachdem die volle Tragweite der Verseuchung durch die Aufdeckung ans Licht der Öffentlichkeit gebracht wurde, wurden umfangreiche Maßnahmen, wie z.B. Untersagung von Ernten in angrenzenden Gärten, Sperrung eines nahe gelegenen Wäldchens, nachträglicher Einbau eines Stahlrohres in den Schornstein etc. durchgeführt.
www.bibs-fraktion.de/index.php?id=136

Sagt das nicht auch aus, dass man als Vorsichtsmaßnahme den besagten Schornstein zusätzlich ausrüsten musste?
Fragt sich, warum und weshalb?
Fragt sich zudem, ob nicht durch die vorangegangene Inbetriebnahme der Schornstein nun gänzlich ohne Belastung sein soll?

Zwei Herstellungsverfahren sind möglich: die Oxidation von Antimon aus Metall oder die Oxidation von Stibnit (Trisulphure von Antimon) durch Wiederverwendung gefolgt von Verflüchtigung des Antimonoxid.

Für beide Methoden, ist Hitze aus dem Ofen erforderlich, während die zweite Methode eine gründliche Behandlung erfordert, um die Verbindungen zu reinigen.
www.ec.gc.ca/substances/ese/fre/challenge/batch9/batch9_1309-64-4.cfm

Inwieweit davon die Schornsteine betroffen werden, scheint doch jedem klar, der sich ein wenig mit Russ und Verbrennungsrückständen aus einem ganz normalen Ofen beschäftigt.

Ich denke, das müsste man den fragenden Bürgern doch vermitteln können. Zusätzlich natürlich auch klar, dass das Niedersprengen Staub und natürlich auch den bewiesenermaßen stark giftigen Boden aufwirbeln wird.

Weiter kommt dazu, es gibt doch Fotobelege, dass dort Arbeiter völlig ohne Schutz auf dem Gelände tätig waren. Offensichtlich geht man hier recht unbekümmert mit dieser höchst krebserregenden Substanz um. Aber wer so dumm ist, der merkt's eben nicht.

Allein schon deshalb lohnt sich eine Krümelkeks-Unterhaltungs-Diskussion hier nicht, ob denn nun ein Mauersteinchen oder gar der ganze Schornstein belastet ist oder nicht. Dass das gesamte Gelände verseucht ist, steht bereits definitiv fest und dass die Stäube durch die Stadt ziehen werden, ist doch wohl ebenfalls unbestritten.

Grüße

Helmhut
#2313
Aw: Stibiox: Schornstein belastet?
Jun 09 2010 12:09:27
Um die Qualität der Schornstein-Steine für sich genommen geht es nur am Rande.

Wie bereits am Anfang dieses Threads erwähnt wurde, führt die billigere Sprengung zu einer Staubentwicklung vor allem durch Aufwirbelung des äußerst belasteten Bodens infolge des Aufpralls.
siehe auch: bibs-bs.de/bibs-forum/48-artikel-der-startseite/1626-stibiox-alarm-anwohner-unzureichend-geschuetzt-.html#1627
#2308
Aw: Stibiox: Schornstein belastet?
Jun 09 2010 11:50:52
Alex schrieb:
Woher wisst Ihr, dass der Schornstein mit Antimontrioxid belastet ist?
Wurde er untersucht?
Vielleicht hat eine Untersuchung ergeben, dass der Schornstein unbelastet ist
und er darf deshalb gesprengt werden?


Eine berechtigte Frage, wie ich finde.
Sie zeigt zudem, dass hier offenbar weiterer Erklärungsbedarf beim nicht involvierten Bürger besteht, die die bloßen Berichte von Forum und BiBS-Fraktionsseite nicht gänzlich beantworten konnten.

Hier wäre eine Stellungnahme der BiBS von Vorteil, der Transparenz und der Glaubwürdigkeit zuliebe.

Frau Mundvoll
#2307
Aw: Stibiox: Schornstein belastet?
Jun 08 2010 20:31:57
Woher wisst Ihr, dass der Schornstein mit Antimontrioxid belastet ist?
Wurde er untersucht?
Vielleicht hat eine Untersuchung ergeben, dass der Schornstein unbelastet ist
und er darf deshalb gesprengt werden?
#2295
Aw: Stibiox: Schornstein abtragen statt sprengen
Jun 08 2010 13:48:09
Danke für die Antwort.
Ja, abtragen statt sprengen.
Forderungen, gut und schön. Forderungen jedoch, von einigen wenigen, werden vielleicht zu oft überhört, weshalb sie nicht falsch sind, sondern vielleicht nicht drängend genug?

Sehr gut aber: Die Flugblattaktion, weil sie eine höhere Aufmerksamkeit und damit vielleicht auch eine breitere Zielgruppe erreichen kann.

Wer stimmt denn im Rat ab?
Wie hoch sind die Chancen, dass man auf Forderungen und vielleicht auch auf aufgebrachte informiertere Bürger reagiert?

Grüße

Helmhut
#2291
Aw: Stibiox: Schornstein abtragen statt sprengen
Jun 08 2010 13:26:33
Die Lösung wurde von den Betroffenen klar gefordert: Einhausen und Abtragen des Gemäuers, anstatt mit Staubwolke sprengen.

Dafür wird hauptsächlich im Wohngebiet mit Flugblattaktion mobilisiert und am 22.6. im Rat abzustimmen sein.
So steht es auf der BIBS-Homepage.
#2289
Aw: Stibiox-Alarm: Stadt will Schornstein sprengen
Jun 08 2010 13:18:32
Wilma schrieb:
Was nun? Was tun?

Da hat sie doch einfach mal die richtige Frage gestellt.
Die steht ja nun immer noch im Raum.
Es reicht ja nicht, die Bevölkerung nur zu informieren, vielleicht müsste auch überlegt werden, welche konkreten Gegenmaßnahmen noch bleiben, jetzt, nachdem all das publik wird.

Also, was kann jetzt noch getan werden?
Juristisch?
Geht da noch was?
Kann gegen die merkwürdige Probenentnahme aus einem deutlich später errichteten, damit relativ unbelasteten Mauerstück juristisch vorgegangen werden?
Falls ja, wie und wer geht dagegen vor?
Bürgerinitiativ oder BiBS oder wer?
Ist vermehrte Öffentlichkeitarbeit dafür sinnvoll und wie soll diese organisiert werden?



Die hiesige OBrigkeit ist lange nicht so, wie oben gezeigt.
Der gehen diese Offenbarungen so ziemlich am Allerwertesten vorbei, das hatte doch jahrelang Erfolg. Man spielt nicht nur mit Uninformiertheit der Braunschweiger, sondern auch mit deren verhältnismäßig geringen Möglichkeiten einer strategisch-gezielten Gegenwehr. Die kommt allein oft schon wegen der fehlenden Team- und Zuarbeit zwischen den diversen Interessen-BIs zustande. Ein Plus also für die hiesigen Politiker.
Solange das nicht geklärt werden kann, verhallen womöglich solche Aufschreie und "skandalierten" Hinweise ungehört bei der Dickfelligkeit der hiesigen OBrigkeit. Schon mehr als einmal so geschehen.

Grüße

Helmhut
#2288
Aw: Stibiox-Alarm: Stadt will Schornstein sprengen
Jun 08 2010 12:14:55
Hier dazu jetzt der umfassende Bericht über die Bürger-Informationsveranstaltung der unteren Naturschutzbehörde vor einer Woche:


Anwohner sagen "Nein" zur Sprengung des Stibiox-Schornsteins!
...
Die anwesenden BürgerInnen zeigten sich empört über den Info-Abend, weil schnell klar wurde, dass es sich um keine ergebnisoffene Veranstaltung handelte. Die Verwaltung versuchte die Anwohner davon zu überzeugen, dass einzig und allein die Sprengung möglich und sinnvoll sei.

Es ist schon ein Skandal: Jahrzehntelang ließ man die AnwohnerInnen rund um das Stibioxwerk trotz massiver gesundheitlicher Beeinträchtigungen, verursacht durch den Ausstoß von Antimon-3-Oxyd, Blei, Quecksilber und Arsen, allein mit ihren Problemen.

Jetzt ignoriert man ihr eindeutig geäußertes Nein zur Sprengung des Schornsteins.

...
hier geht es zum kompletten Beitrag auf der Fraktions-Homepage der Bürgerinitiativen-Fraktion im Rat der Stadt
#2286
..
Jun 03 2010 10:16:09
..
#2223
Aw: Stibiox-Alarm: Stadt will Schornstein sprengen
Jun 03 2010 10:11:44
Die Stadt hatte die Anwohner rund um das Stibiox-Gelände zu einer Informationsveranstaltung geladen. Immerhin stand das Versprechen im Raum, die Anwohner nun doch vor den Stäuben beim Abriß schützen zu wollen.

Wer aber gedacht hatte, die Anwohner könnten partnerschaftlich mitberaten, sah sich getäuscht.

Vier Varianten stellte die zuständige Umweltbehörde den leuten vor, um dann zu verkünden, man habe sich schon für die letzte entschieden: Bodenabtrag und dann Sprengung des Schornsteins.

Helle Empörung bei den Anwohnern, so hatte man sich eine offene Beratung nicht vorgestellt.
Die Leute fordern unmissverständlich die etwas teurere (es geht um etwa 70.000 €) aber für die Gesundheit der Menschen unabdingbare Abtragung des Schornsteins von Hand.
#2222
Aw: Stibiox-Alarm: Infoblatt war genau richtig.
Apr 01 2010 15:17:41
Habe gerade Leute getroffen aus der angrenzenden Pappelberg-Siedlung, die für die Info-Aktion dankbar sind.
Die seinerzeitige und auch im Infoblatt bezuggenommene BI war ihnen noch in guter Erinnerung. Vielleicht war das der nötige Anstoß, sich wieder zu treffen und eine Bürgerinititive zu formieren.
Super Aktion!
#1658
Aw: Stibiox-Alarm: Aktion gut, aber zu ungenau!
Mar 31 2010 11:14:53
Die durch das chemische Verfahren entstandene Schlacke wurde als Unterboden unter einige Straßenzüge in der Umgebung, aber auch auf diversen Privatgrundstücken verbracht – ein Skandal erster Güte!!! Ausschwemmungen gelangten bis in das Trinkwassereinzugs-gebiet und verseuchten das Wasser.

Gibt es da nähere Infos, um welche Strßen genau und vor allem um welche Privatgrundstücke es sich handelt?
Die Angaben sind mir zu ungenau !
#1636
Aw: Stibiox-Alarm: Anwohner unzureichend geschützt !
Mar 31 2010 10:16:30
Bürgerinitiativen-Ratsfrau Wanzelius informiert die Anwohner.
Dazu wird folgendes Info-Blatt in den umliegenden Wohngebieten - vor allem in Gliesmarode und Querum an die Haushalte verteilt:

Sanierungsarbeiten Stibiox – Schützen sie sich vor den Stäuben!

Liebe Anwohnerinnen und Anwohner,
das Umweltamt der Stadt Braunschweig hat Sie Ende Februar darüber informiert, dass derzeit die lang erhofften Abriss- und Sanierungsarbeiten der alten Hallen- und Fabrikgebäude der ehemaligen Firma Stibiox, Hungerkamp 2, in Querum stattfinden.
Wie sie vielleicht noch aus der Vergangenheit wissen, handelte es sich damals um eine Antimon-3-Oxid-Rösterei, die ausschließlich Profit machte und keinerlei Maßnahmen zum Schutze der Bevölkerung getroffen hatte.

Die Gifte wurden ungefiltert in den Boden, die Luft und das Grundwasser abgegeben.
Es handelte sich um Schwermetalle, und ganz besonders hoch war die Konzentration an Antimon-3-Oxid, von dem bekannt ist, dass es höchstgradig krebserregend ist.
Die durch das chemische Verfahren entstandene Schlacke wurde als Unterboden unter einige Straßenzüge in der Umgebung, aber auch auf diversen Privatgrundstücken verbracht – ein Skandal erster Güte!!! Ausschwemmungen gelangten bis in das Trinkwassereinzugs-gebiet und verseuchten das Wasser.

Stibiox – Abriss – Arbeiten am Hungerkamp 2 Aufkleber auf dem Werkstor

Die Mitglieder einer damaligen Bürgerinitiative wurden jahrelang nicht ernst genommen, obwohl sie als Betroffene bereits an diversen Krankheitssymptomen gelitten hatten. Durch Eigeninitiative nahmen sie Proben des Bodens, des Wassers und der Stäube, die sich puderförmig überall auf dem Gelände sowie auf und in den Hallen verbreiteten. Es wurden Konzentrationen gemessen, die zum Teil das 4000-fache des Grenzwertes überschritten hatten.

Irgendwann wurden die Eigentümer des Werkes Anfang der 90er Jahre aufgefordert, Umwelt schützende Maßnahmen zu treffen. Die Straßen mussten wieder aufgehackt werden, die Schlacke wurde entfernt, und eine Wiese, gegenüber der Firma Stibiox liegend, die jahrelang als Festwiese genutzt wurde, darf bis heute nicht mehr betreten werden. Den Privatbesitzern wurde untersagt, ihre selbst angebauten Früchte zu ernten und zu verzehren.

Wie sie derzeit der BZ entnehmen konnten, ist geplant, den Schornstein zu sprengen – Herrn Wendt (CDU) und mir – Heiderose Wanzelius (BIBS) ist es erst einmal gelungen, während des letzten Planungs- und Umweltausschusses, die Sprengung durch einen Dringlichkeitsantrag zu stoppen, bis die Bevölkerung vor Ort ausreichend informiert wird.
Das Verfahren wird am 20.4.10 in der nächsten Sitzung des Stadtbezirksrats Wabe-Schunter (19 Uhr) vorgestellt. Mir ist es wichtig, Sie darüber zu informieren, dass die Stäube, die während der Sprengung und in der Nachbarschaft auch durch die Abrissarbeiten verursacht werden, möglicherweise die Bevölkerung gefährdet.

Schließen Sie die Fenster und wischen Sie die Stäube nass ab, vermeiden Sie Hautkontakt.

info@bibs-fraktion.de Heiderose Wanzelius, BIBS-Fraktion Tel.: 470 2181
#1635
Aw: Stibiox-Alarm: Anwohner unzureichend geschützt !
Mar 30 2010 21:22:02
Antimon von lateinisch Stibonium = Grauspießglanz

Es färbt sich beim Erhitzen gelb und wird beim Abkühlen wieder weiß.
Antimon wird in einem Röstprozeß aus sulfiden Antimonerzen hergestellt.
Antimon ist eine Sammelbezeichnung für anorganische und organische Verbindungen,
die Holz, Kunststoffe und Textilien flammfest machen, d.h. die Entzündung behindern bzw. die Verbrennung erschweren.
Atembare A.-Stäube haben sich im Tierversuch als krebserregend erwiesen (MAK-Wert-Liste III A2).

Antimon"Silberwaren":
Antimonlegierungen mit einem silberähnlichen Aussehen, die durch die Berührung mit Lebensmitteln schwere Gesundheitsschäden hervorrufen.
und über 80 Prozent Blei beinhalten
Bei uns ist die Herstellung verboten.

Symptomatik: Der Stoff kann inhalativ aufgenommen werden und reizt die Haut, die Augen und die Atemwege.
Bereits bei einer Temperatur von 20°C kommt es sehr schnell zu einer toxischen Kontamination der Luft.
Eine Einwirkung auf die Augen und / oder die Haut ist an einer Rötung und Schmerzen zu erkennen.
Auf der Haut kann es zu einer Blasenbildung kommen.
Nach einer oralen oder inhalativen Aufnahme kommt es zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall,
abdominellen Schmerzen, Halsschmerzen, Kopfschmerzen und einem Husten.
Ein wiederholter oder länger andauernder Kontakt kann eine Dermatitis auslösen.
Die Lunge kann geschädigt werden.
Der Stoff steht im Verdacht beim Menschen Krebs zu erzeugen.

Maßnahmen: Der Patient ist mit umluftunabhängigen Atemschutz aus der kontaminierten Umgebung zu retten.
und bekommt mindestens vier Liter Sauerstoff pro Minute.
Kontaminierte Kleidung ist zu entfernen und die betroffene Haut ist ausgiebig mit Wasser zu spülen.
Bei einer Einwirkung auf das Auge ist dieses zu anästhesieren und sorgfältig zu spülen.
Eine klinische Überwachung hat auf jeden Fall zu erfolgen.

www.gifte.de/Chemikalien/antimontrioxid.htm
www.toxcenter.de/stoff-infos/a/antimontrioxid.pdf
www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2048/artid/11079606
www.presse-service.de/data.cfm/static/750932.html
#1629
Aw: Stibiox-Alarm: Anwohner unzureichend geschützt !
Mar 30 2010 19:33:27
Kann es sein, dass wegen der Nachfragen heute da vor Ort im Hungerkamp schon nicht mehr gearbeitet wurde?
#1628
Aw: Stibiox-Alarm: Anwohner unzureichend geschützt !
Mar 30 2010 10:11:31
HILFERUF von IGELCHEN

Igelchen schrieb:
Der Schornstein der ehemaligen Stibiox-Fabrik im Hungerkamp soll - wenn es nach der Stadtverwaltung geht - gesprengt werden.

Der Boden auf dem ehemaligen Fabrik-Gelände ist mit höllisch gefährlichen Giften verseucht, wie z. B. Antimon-Trioxid, Quecksilber, Arsen und Kadmium.

Es kann auch sein, daß der Schornstein selber voll von diesen Stäuben ist.
Aber selbst wenn nicht, so wird durch eine Sprengung und das damit verbundene Einstürzen des Schornsteines ungeheuer viel dieses gefährlichen Gemisches in Form von Feinstäuben in die Umgebung befördert.
Schon jetzt - ohne eine solche Verseuchung - steht zu befürchten, daß möglicherweise vermehrtes Auftreten von Krebskrankheiten und evtl. auch Krebstote in der näheren Umgebung des ehemaligen Stibiox-Geländes, sowie bei ehemaligen Mitarbeitern der Firma Stibiox mit dieser Kontamination im Zusammenhang stehen könnte.

Der Schornstein darf auf keinen Fall gesprengt werden.
Er muß Stück für Stück abgetragen werden und der verseuchte Boden muß ausgekoffert und dann ordnungsgemäß entsorgt werden.

Helft mit, diese Angelegenheit weiter zu verbreiten.
In den umliegenden Häusern und Straßen sollten beschriftete Bettlaken zu diesem Thema rausgehängt werden.
Schüler und Lehrer der umliegenden Schulen sollten den Schulbesuch aussetzen, wenn am Schornstein nicht mit der nötigen Sorgfalt gearbeitet wird, um sich nicht zu gefährden.
#1627