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Naturschützer finden Eremit im Querumer Forst PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Ralf Beyer   
Sonntag, den 23. Mai 2010 um 22:34 Uhr

 

Eremit

Bild-Quelle: Wikipedia

 

Naturschützer fanden am 17.5.2010 Hinweise auf das Vorkommen eines hoch geschützten Käfers (Osmoderma eremita) im Querumer Forst. Wenige Tage später titelte die Neue Braunschweiger am 23.5.2010 auf ihrer ersten Seite "Eremit entdeckt": Die Flughafengesellschaft habe mitgeteilt, dass auf dem geplanten Erweiterungsgelände des Flughafens eine Larve des geschützten "Eremiten" (ein Käfer) entdeckt worden sei. Die Bauarbeiten könnten aber trotzden fortgesetzt werden.

 

Tatsache ist jedoch, dass nicht eine, sondern mehrere Larven des Eremiten entdeckt wurden. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gibt es weitere Vorkommen des Eremiten im Querumer Forst. Werden die auch wieder nicht von dem von der Flughafengesellschaft beauftragten Fachgutachter entdeckt? Ein Teil möglicher Vorkommen der hoch geschützten Spezies konnten bei den gegenwärtigen Rodungen in aller Eile einfach untergepflügt werden.

 

Zwar darf nur im Zeitraum von Anfang Oktober bis Ende Februar gerodet werden (7 KS 28/07, OVG Lüneburg, Urteil vom 20.05.2009). Macht aber nichts, denn im muffigen Filz von städtischen Beteiligungsgesellschaften, Behörden, Dezernenten sowie im Schatten von CDU, FDP und SPD lassen sich rechtswidrige Rodungen mitten in der Vegetationszeit gemütlich aussitzen.

 

Die gleiche Ignoranz bei den von jederfrau gut erkennbaren, großflächigen Bauarbeiten im Querumer Forst. Dazu Carsten Lehmann (Erster Stadtrat, FDP): "Es handelte sich bisher noch nicht um Baumaßnahmen, sondern um vorbereitende Maßnahmen." Dessen ungeachtet erklärte kurz nach dem Fund von Eremiten die Flughafengesellschaft: "Die Bauarbeiten könnten trotzdem fortgesetzt werden." (Neue Braunschweiger vom 23.5.2010).

 

Schaffen auch andere derartig rechtsfreie Räume? Ganz im Gegenteil setzt beispielsweise die Stadt Nürnberg im Umweltschutz auf eine Verknüpfung zersplitterter Lebensräume: "Zu den besonders seltenen und schutzbedürftigen Arten gehören hier vor allem der Eremit, eine Käferart, und die Bechsteinfledermaus" meint man und wirbt in deren Umweltreferat: "Besuchen Sie die Heimat dieses Käfers und anderer seltener Tiere im stadtnahen Sebalder Reichswald und erfahren Sie, wie man dem Eremit auf die Spur kommt."

 

Von derartigen Umweltschutzbemühungen kann die Braunschweiger Bevölkerung allerdings nur träumen!

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 23. Mai 2010 um 23:21 Uhr
 
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Im Forum diskutieren. (23 posts)
Diskutieren (23 Posts)
OB stellt Naturschutz für Ostumfahrung in Frage
Jun 21 2010 19:01:05
Aus der aktuellen Meldung von Hoffmanns Presse Dienst

Der Oberbürgermeister ist der Auffassung, dass noch wichtiger als die schützenswerten Belange des Naturschutzes die Interessen der betroffenen Einwohner an den zur Debatte stehenden Straßenzügen seien. Und da sei es nun einmal so, dass für einen Großteil der Bevölkerung die Ostumfahrung die aus vielerlei Gründen beste Alternative sei, weil sie kürzer und mit weniger Verkehrsbelastungen in den Ortsteilen verbunden wäre.

Wozu brauchen wir einen Naturschutz? Wir Bürger gehen vor, das ist doch geil
#2432
Aw: Eremit: ohne EU läuft nichts mehr im Wald
Jun 05 2010 10:58:24
Das Einbeziehen der EU ist gerade wie geschaffen, das Thema breit zu veröffentlichen und letzlich dem Treiben vielleicht ein Ende zu setzen.

Dazu kommt noch
(Zitat: Letzter Satz aus dem zuvor erwähnten Artikel der Braunschweiger Zeitung:)

"... Die Experten legten Ministerpräsident Christian Wulff besonders nahe, "Maßnahmen zur Senkung der Flächeninanspruchnahme in Niedersachsen" in Angriff zu nehmen."


Will demnächst den Hut aufhaben - Wulff

Im Hinblick auf die aktuellen Debatten, diesen Herrn Wulff als unser aller Bundespräsident zu erküren, wirft das ein völlig neues Licht auf niedersächsische und hiesige Gepflogenheiten, Gesetze zu umgehen, zu ignorieren oder gar gänzlich umzumünzen. Keine gute PR für Wulff und VW!

Grüße

Helmhut
#2256
Eremit: ohne EU läuft nichts mehr im Wald
Jun 05 2010 10:13:09
Gemäß übergeordnetem Naturschutzrecht der EU bedeutet der Eremitenfund in Kürze hier dargestellt für hiesige Behörden folgendes:

- wir habens es jetzt nicht nur mit einem FFH-Gebiet, sondern nunmehr aufgrund des Auffindens dieser "prioritären" Art mit einem "Natura 2000"-Gebiet der EU zu tun.
Damit gelten für alle Eingriffe und Projekte die Regelungen gemäß BNatSchG 2009.

- Ausnahmen von dem dort beschriebenen sehr weitgehenden Schutz sind nur zulässig "aus zwingenden Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses..." (§ 34 Abs. 1)
Als solche zwingenden Gründe überwiegenden öffentlichen Interesses dürfen "nur solche im Zusammenhang mit der Gesundheit des Menschen, der öffentlichen Sicherheit einschl. der Verteidigung und des Schutzes der Zivilbevölkerung, oder den maßgeblich günstigen Auswirkungen des Projekts auf die Umwelt geltend gemacht werden" (§ 34 Abs.4)

- Zur Geltendmachung ist "über das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit eine Stellung nahme der Kommission" einzuholen. (§ 34 Abs. 4)


Damit dürften die bisherigen Befreiungen "zur Tötung geschützter Arten" (z.B. Brief der unteren Naturschutzbehörde vom 14.5.2010) und alle Befreiungen gemäß Planfeststellungsbeschluss nicht mehr ausreichen, um weiter Hand an die noch stehenden Waldflächen einschl. der Stubben-Sperrflächen zu legen.

Bezüglich der anstehenden Enteigungs- und Flurbereinigungsverfahren gegen widerspenstige Grundstückseigentümer dürfte es schwer werden, das übergeordnete öffentliche Interesse jetzt noch nachzuweisen.
#2254
Aw: Die Grenzen der Nachhaltigkeit
Jun 04 2010 21:29:20
Das ist ein klarer Fall für Luziefer-bs1.... nachdem ich Hoffmanns Podcast Überarbeitung gesehen habe ist völlig klar, dass hier sein Potential für eine kreative Gestatung gefragt ist....
#2250
Aw: Die Grenzen der Nachhaltigkeit
Jun 04 2010 20:53:59
Absolut. Der Artikel ist einfach unfassbar.

Bin kurz davor das gekündigte Blatt wieder zu bestellen. Diesmal aber mit Wolfsburger Lokalteil.

Wer ein wenig weitere Infos dazu möchte, dem empfehle ich die folgenden beiden Links. Bitte vor dem geistigen Auge Video und Bilder überblenden:

www.volkswagen.de/vwcms/master_public/virtualmaster/de3/unternehmen/mobilitaet_und_nachhaltigkeit/management___daten/artenschutz/artenschutz_als_weltgemeinschaftsaufgabe.html

picasaweb.google.de/Wolfgang.Buechs/FlughafenBraunschweigWolfsburg60000BaumeSollenFurVWDLRFallenSBraunschweigerZeitung?feat=directlink#
#2249
Die Grenzen der Nachhaltigkeit
Jun 04 2010 20:10:11
Was ist denn mit der BZ passiert?
Liegt es am Redakteur?
An diesem Artikel sollte man aufsetzen und jetzt noch mehr Druck in Richtung VW machen. Ein kleiner Anfang ist gemacht.

Daniel
#2248
Aw: Der Eremit
Jun 01 2010 20:37:20
Wilma schrieb:
Umsiedelung eines Eremiten

Will keinem die Hoffnug nehmen, aber:

osmoderma.info/index.php?option=com_content&task=view&id=33&Itemid=49
Im Falle unvermeidlicher genehmigter Eingriffe in Baumbestände ist manchmal die Umsiedlung von Mulmkörpern mit Larven, gelegentlich sogar die Umsiedlung ganzer Bäume die Methode der Wahl. Wir wählen geeignete neue Bäume bzw. Baumstandorte aus, bereiten Umsiedlungen planerisch vor und führen Sie in Ihrem Auftrag auch kompetent aus.


Hab mir die Seite angesehen... so etwas hat auf der Rodungsfläche nie stattgefunden.
Der Baum mit dem Mulmkörper vom Fundort liegt zersägt und ausgeräumt am Rande der Fläche.

Ausgraben, aufrechter Transport, Schutz des Brutsubstrats.... doch nicht in Braunschweig die Kasse ist leer. Wir baggern den Kram lieber weg und sperren die lästigen Demonstranten aus... 450,-€ bei Betreten der Fläche Anzeigen wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung (evt. sind Fußabdrücke gemeint ansonsten gibt es da nichts mehr zu beschädigen) sollte diese nichtsnutzigen Tagträumer doch wohl abschrecken...

Und dann haben wir noch den journalistischen "Supertrumpf" Ralph-Herbert Meyer... der suggeriert schon, daß diese Larven da ja wohl erst seit kurzem beheimatet sein können... und sicherlich von Menschenhand auf die Rodungsfläche geschmuggelt wurden.
Huch das böse "Rodungs"-Wort im Untertitel des Artikels der Samstagsausgabe... Herr Meyer wie konnte das den passieren ?
#2201
Aw: Der Eremit
Jun 01 2010 19:46:59
Wilma schrieb:
Umsiedelung eines Eremiten

Will keinem die Hoffnug nehmen, aber:
...


Brauchst Du auch nicht befürchten
Auf der heutigen BI-Sitzung in Waggum wurden die Dokumente noch einmal dargelegt.
Demnach wurde diese spezielle Tierart im Planfeststellungsbeschluss nicht mit den anderen schützenswerten Tierarten "weggewägt".

Deshalb stehen diese Flächen mit den Stubben und vor allem der Wald drumherum, der ja auch noch im September abgeholzt serden sollte, seit dem Eremitenfund unter besonderem Schutz.

Eine Möglichkeit für die Flughafenausbauer wäre, das Planfeststellungsverfahren für diese Tierart nachbessern zu lassen, aber das kostet Zeit.
Deswegen könnte der Artikel in der BZ auf einen anderen Weg hindeuten, dass einfach die gefundenen Larven per Gutachten als ortsfremd eingeschätzt werden.
Dann wäre der Wald wieder Eremitenfrei und im September könnten die nächsten 30-40 Tsd. Bäume in Richtung Hondelage gefällt werden.
#2198
Aw:
Jun 01 2010 19:18:40
...
#2196
Erneute Umwelt-Straftaten festgestellt u.angezeigt
May 31 2010 16:50:44
Erneute fortgesetzte Straftaten gegen die Natur angezeigt:

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Quebbemann (Staatsanwältin),

am heutigen Montag, dem 31.05.2010 beteiligten sich 13 Personen am Waldspaziergang der Waggumer und Umweltschützer.

Von den zwei gegenüberliegenden Toren aus mussten wir dann feststellen, dass ganz frische Reifenspuren der schweren Bagger wiederum innerhalb der abtrassierten Schutzfläche sichtbar waren.
Dieser Fakt wurde mit folgendem Foto im Beisein der Polizei dokumentiert:


An der gegenüberliegenden nördlichen Einfahrt fehlte das Trassierband teilweise völlig, oder war zwischen den Balken offensichtlich wieder überfahren worden:

Ein näherer Zutritt zur geschädigten Fläche war leider nicht gestattet - im Hintergrund aber vielleicht noch sichtbar die herunterhängenden bzw. überfahrenen Trassierbänder und weiter vorn ganz fehlend um die eigentlich abgesperrte Stubbenfläche...

1. Die weitere Schädigung der Umwelt in diesem Sperrgebiet ist nicht zulässig gemäß Naturschutzrecht und wird hiermit angezeigt.

2. Die Hinderung am Zutritt zur Fläche zwecks weiterer Dokumentation dieser und ggf. weiterer dadurch verborgen bleibender Straftaten könnte den Straftatbestand der Strafvereitelung erfüllen und wird hiermit ausdrücklich ebenfalls angezeigt.

3. Das Umweltamt der Stadt kommt wiederum seiner Überwachungsfunktion als untere Naturschutzbehörde offensichtlich immer noch nicht nach; auch das wird als Verstoß gegen die Pflichten dieser Behörde dienstangezeigt.

Mit freundlichen Grüßen
Peter Rosenbaum
#2173
Naturschützer finden Eremit,Stadt findet Vermutung
May 29 2010 11:41:28
Das mit dem merkwürdigen USB-Stick-Fund dürfte ja schnell zu klären sein, bevor hier weitere Vermutungen laut werden, liebe Redakteure!
Dass der Käfer selten und auch schwer zu finden ist, ist unstrittig - heißt ja nicht aus Spaß "Eremit". Er ist Einzelgänger und lebt oft 3-4 Jahre als Larve im Mulch des Baumes.

Allerdings, dass nur und alleinig in Riddagshausen und niemals in Querum auf ein Vorkommen des Eremits geschlossen werden konnte, das scheint nicht so zu stimmen. Selbst die LAREG hatte in ihrer umfangreichen PDF-Datei "Pflanzen- und Tierschutzkonzept der Stadt Braunschweig" vom DEZEMBER 2007 zum Braunschweiger Vorkommen dieses seltenen Käfers auf Seite 134 und ff. einiges dazu verfasst.

rzbl04.biblio.etc.tu-bs.de:8080/docportal/servlets/MCRFileNodeServlet/DocPortal_derivate_00004810/Artenschutzkonzept_Braunschweig.pdf;jsessionid=BF8C86EF957D4FA82F29C479974398D1

(Diese PDF ist kopiergeschützt, kann aber ausgedruckt werden > Blatt 143 und 144 der PDF)

Jetzt so zu tun, als wäre ein Vorkommen gänzlich abwegig, merkwürdig oder auch nur "außergewöhnlich" ist schlicht und einfach der Hofberichterstattung geschuldet. Man gibt erstens selbst unumwunden zu, dass es im Querumer Forst wegen der günstigen Bedingungen durchaus diese Käferart geben könne und zweitens, dass man selbst versäumt hat, bis dahin ausreichende Kenntnisse darüber zu haben. Weiter ordnet man sogar Prüfungen und Untersuchungen des dortigen Waldgebietes an, um sich diese versäumten Kenntnisse anzueignen.

Ist seitdem denn nichts mehr dahingehend geschehen?
Hat die Stadt hier die Empfehlungen der LAREG nicht wahrgenommen oder gar ignoriert?

Grüße
Helmhut

#2147
Aw: Naturschützer finden Eremit,Stadt findet Vermutung
May 29 2010 10:00:40
Zitat aus der BZ vom Samstag:

... Angesichts der fortwährenden Zerstörungen des Bauzauns und von Schlössern im Bereich der Rodungsfläche erstattet die Flughafengesellschaft Braunschweig/Wolfsburg gegen jede auf dem Gelände angetroffene Person Anzeige wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung. So auch in einem Fall, bei dem der Polizei ein USB-Stick, der auf dem Gelände gefunden wurde, zur Identifizierung der eingedrungenen Person übergeben wurde." Auf Nachfrage wurde erklärt, dass der USB-Stick in dem Bereich des Larvenfunds entdeckt wurde...

Bodenlose Unterstellung.
Der gemeine Leser dieses Unterstützungsblattes der Flughafengesellschaft ist geneigt zu glauben, dass die widerborstigen Demonstranten täglich auf das hochwertige Ausbaubetontop eindringen in dem sie den Zaun zerschneiden und als optische Hinterlassenschaft noch einen USB Stick zur besseren Beweisführung ablegen.

[ironie]
Bei der Auswertung dieses USB Sticks stellte sich dann heraus, dass dort in einer Excel-Tabelle die Namen aller aktiven und inaktiven Mitstreiter genannt sind. Ferner der Ausriss eines Terminkalenders von einem Kliesch mit Einträgen für Geschenke aus niedrigem Anlass für einen gewissen Hoffmann, Sehrt und Meyer. Wer sich dahinter verbirgt, ist den Ermittlern noch unbekannt.
Zur weiteren Beweisführung wurde auch die Kontaktadresse des Ebay Händlers in Fernost gefunden, über den die BI die Eremitenlarve bezogen haben soll.
Dies ist auch sehr glaubwürdig, da man bei einer näheren Untersuchung im Labor an der Unterseite der Eremitenlarve den Schriftzug, Made in China entdeckt hatte.
Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu vernehmen war, wurden bei den späteren Rodungsarbeiten weitere USB Sticks gefunden, darauf ein original Dokument des Planfeststellungsbescheides zur Flughafenerweiterung, der aber von niemenden zugeordnet worden konnte und somit in der Asservatenkammer landete.
[/ironie]

Daniel
#2145
Naturschützer finden Eremit,Stadt findet Vermutung
May 29 2010 09:13:00
Es bleibt zu hoffen, dass die BI-Leute, Naturschützer und Waggumer klüger sind, als die Umweltsündergilde. Damit war doch wohl zu rechnen, oder? Schon des Öfteren sind Aktionen infolge juristischer Findigkeiten gescheitert.

Wie gesagt, auch wenn Medien und Stadtverwaltung dagegen wettern und Vermutungen tuten, wenn man genügend für Zeugen am Fundort und Fundtag als auch für datierte Fotos gesorgt hat, dann wird am Ende - trotz Gegenkampagne - das stehen, was festgestellt wurde. Nämlich, dass die Larven des Eremits vor Ort befindlich, als bereits Naturzerstörung vollzogen war. Und das wird zählen, nicht die Hypothesen!

Grüße
Helmhut
#2137
Aw: Naturschützer finden Eremit im Querumer Forst
May 28 2010 21:34:31
Kommt meinem Kommentar schon sehr nahe

bibs-bs.de/bibs-forum/48-artikel-der-startseite/2044-hochgeschuetzte-tier-art-im-querumer-wald-behoerden-wussten-von-nichts.html?limit=6&start=6#2054

Bin gespannt auf die Fortsetzung der Posse..

Logisch ist jedoch das die jetzt monatelang prüfen werden aber mit der Zerstörung einfach weitermachen!
#2132
Aw: Naturschützer finden Eremit im Querumer Forst
May 28 2010 20:11:13
Aktueller Bericht unserer Lieblingszeitung
Natürlich haben die Umweltschützer die Larven dort abgelegt, wer denn sonst
#2131
Aw: Naturschützer finden Eremit im Querumer Forst
May 28 2010 11:14:17
Die Idee mit dem Vorsatz zur Straftat findet sich aktuell auch in Hoffer´s Weblog:

Ankündigung einer Straftat durch Herrn Manlik
Von Hoffer

Herr Manlik als Geschäftsführer der Flughafengesellschaft Braunschweig-Wolfsburg hat durch seine Presserklärung, veröffentlicht u.a. am 23.5.2010 in der Neuen Braunschweiger, angekündigt, dass er die Absicht gehabt habe und diese Absicht auch umsetzen werde, den Standort einer laut FFH-Richtlinie-Anhang II-Tierart zu vernichten, indem er ihn woanders hin verbringen werde.

Er, wie andere, die über den Sachverhalt informiert sind und nichts zum Schutz des Standortes tun, werden wohl persönlich mit Strafanzeigen bzw. staatsanwaltlichen Ermittlungen zu rechnen haben, unabhängig davon ob sie Mitarbeiter der unteren Naturschutzbehörde sind (hier wurden bereits einige Mitarbeiter namentlich bekannt, auch der Leiter der Behörde ist betroffen) oder – wie Herr Manlik – schon immer als Hauptverantwortliche im Vordergrund standen. Auch dem Vorstand der Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz drohen Anzeigen, da sie untätig geblieben sind, obwohl Mitarbeiter des JKI schon vor Beginn der Fällungen im Querumer Forst öffentlich darauf aufmerksam gemacht hatten, dass das Biotop dem Biotop in Riddagshausen mit nachgewiesenem Anhang II-Tierarten sehr ähnlich sei. Im übrigen hatte bereits die Fa. Larek auf das biologisch Wertvolle des von Braunschweig bzw. VW und anderen Gesellschaftern der Flughafen- Gesellschaft zur Vernichtung vorgesehenen Naturareals hingewiesen.

Da hier Vorsatz im Spiel ist, dürfte der Braunschweiger Staatsanwaltschaft wieder eine Aufgabe vorliegen, die in ihrer Dimension mindestens mit dem ‘Fall VW’ vergleichbar ist. Damals wurden Geld-und Gefängnisstrafen erheblicher Höhe in den nachfolgenden Gerichtsverfahren verhängt.

Da die Verletzung der national und international anerkannten FFH-Richtlinie eine wesentlich umfangreichere Rechtsverletzungen darstellt als die des VW-Skandals, dürften auf alle persönlich Betroffenen erhebliche Probleme zukommen.

Dieser Beitrag wurde geschrieben von am Mai 28, 2010 um 6:54 am und eingeordnet unter Aus der Welt des Rechts
hoffer.wordpress.com/2010/05/28/ankundigung-einer-straftat-durch-herrn-manlik/


Bei dieser Strafanzeige träfe es dann auch mal einen der persönlich Haupt-Verantwortlichen. Wir hatten ja an anderer Stelle bereits die Diskussion um die "Schreibtischtäter"
#2125
Aw: Naturschützer finden Eremit im Querumer Forst
May 28 2010 09:41:54
Ich denke mal dazu, dass jemand, der sich so verhält, auch weiß, wie man Beweismittel entfernt oder verwässert. Also ist es gut, dass eine Fotostrecke mit Datum gemacht und ein paar Zeugen vorzuweisen sind, damit das auch gerichtlich verwertbar ist.

Sonst kriegen wir womöglich demnächst in der Braunschweiger Zeitung zu lesen: "Eremit in Querum gefunden - St. Ägidius lässt grüßen"


(Beweisfoto)

Blinder Alarm! Beim "Eremitenfund" handelt es sich um St. Ägidius, wie unsere Zeitung nach nächtlichen Recherchen herausfand.
Der Heilige Ägidius, ein griechischer Kaufmann und Scheinheiliger hat sich nach dem Staatsbankrott heimlich im Querumer eine Eremitage errichtet...
Ägidius ist einer der Vierzehn Nothelfer und wird auch gerne angerufen in geistiger Not und Verlassenheit, gegen Fallsucht, Geisteskrankheiten und Unfruchtbarkeit von Mensch und Tier.
Passt doch!

Grüße
Helmhut
#2124
Aw: Naturschützer finden Eremit im Querumer Forst
May 27 2010 23:36:04
Hallo,
vielleicht sollte man anhand dieser Bilder mal die Frage nach dem Vorsatz stellen! Ich denke mal wer sich so verhält dem ist relativ klar, dass er da was verbotenes tut - und er will damit nicht erwischt werden ...

VG Klaus M.
#2119
Aw: Naturschützer stellen erneute Straftat fest
May 27 2010 19:07:56
Was geht denn da im Querumer Forst eigentlich ab?

Bei unserem täglichen Waldspaziergang haben wir ja mal wieder fette Verstöße festgestellt und zum Glück in Bildern festgehalten. Peter hat alles Weitere in die Wege geleitet.

Warum zum Glück?
Nun, es geschehen binnen Stunden ganz tolle Dinge dort im Wald. Irgend eine Eingebung trieb mich zum Abendspaziergang noch einmal mit Hund und Kamera in den ehemaligen Wald. Und was muss ich mit Erstaunen feststellen? Alles wieder so wie es mal gewesen ist oder besser, immer hätte sein sollen.
Alles wieder fein geglättet, Spuren des vermeidlichen Irrweges beseitigt und alles wieder allerliebst mit Sperrband gesichert.
Wer oder was hat dies so schnell veranlasst? Warum ist dort so urplötzlich alles wieder so hergestellt worden? Wer hatte da Angst das es Probleme geben könnte?
Pech nur, dass die wachsamen Waldspaziergänger immer alles fotografisch festhalten müssen!

Die Bilder sprechen für sich ...

Aufnahme1 heute mittag

Aufnahme1 heute abend

Aufnahme2 heute mittag

Aufnahme2 heute abend
#2116
Aw: Naturschützer stellen erneute Straftat fest
May 27 2010 16:30:50
Schon wieder rechtswidrige Handlungen auf der Rodungsfläche:

Heute am 140.Tag der Demonstrationen rund um das Rodungsgelände im Querumer Wald mussten die Demonstranten feststellen, daß der von der unteren Naturschutzbehörde extra abgesperrte Bereich kreuz und quer niedergewalzt war:


Wie auf dem Foto etwa 20 Meter hinter dem "Bauzaun" der Rodungsstelle von der Seite der Tiefen Str. aus zu sehen ist, wurde praktisch überall zwischen den Abgrenzpfosten das Trassier-Sperrband von den Rodungsfahrzeugen ignoriert.

Die Untere Naturschutzbehörde kommt also - wieder einmal - ihrer Aufsichtspflicht in Sachen Naturschutz nicht nach.

Die Polizei war erst darauf aus, nur das Betreten der Rodungsfläche durch die Demonstranten zu verhindern und konnte erst durch deutliche Ansage auf die neuen Rechtsbrüche hingewiesen werden, die es zu dokumentieren galt.
Der Aufforderung durch Demonstranten, sofort für die ordnungsgemäße Trassierung Sorge zu tragen, kam die Polizei dann aber nach Augenscheinnahme nach.

Die Strafanzeige gegen die "Hausherrn" (nicht klar, ob Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz oder Flughafengesellschaft) und gegen Unbekannt (Bau- und Rodungsfirma oder sonstwer als Auftraggeber) wurde gestellt. Das Umweltamt als Untere Naturschutzbehörde in dem Zusammenhang gerügt und zur gewissenhaften Arbeit gemahnt.
#2114
Niedersächsische Eremiten angekommen
May 27 2010 09:03:41
Schön, dass wenigstens Frankfurt über Braunschweiger Eremiten im Zusammenhang mit VW-Käfern berichtet. Die haben ja auch Probleme mit Start- und Landebahnbau und Naturzerstörung.

Auch andere Kommunen geben indes ihre Stimme für die biologische Vielfalt.
Allerdings mit ein paar Ausnahmen. Niedersachsen, Baden-Württemberg, Thüringen, Sachsen und Hamburg verfügen bis heute über keine eigene Biotopverbundplanung.
In Niedersachsen ist die Sicherung für die biologische Vielfalt und die Beteiligung am Bundesprojekt der Kanzlerin sogar unzureichend. Also auch hier ein gesamtniedersächsisches Eremiten-Dasein auf ganzer Linie.

Am 22.05.2010 war Internationaler Tag der biologischen Vielfalt: 136 Städte und Gemeinden unterzeichnen bislang die Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“.
Schon 136 Städte und Gemeinden haben bisher die Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“ unterzeichnet. Die Kernbotschaft der Deklaration lautet, Aspekte der biologischen Vielfalt als Grundlage einer nachhaltigen Stadt- und Gemeindeentwicklung verstärkt zu berücksichtigen.

Ist Braunschweig etwa dabei?
(siehe Zip-Datei auf der Presseseite der Deutschen Umwelthilfe)
 
Mit der Unterschrift erklären die Städte und Gemeinden, dass sie den Schutz der biologischen Vielfalt künftig stärker bei ihren Entscheidungen einbeziehen. Nicht zuletzt weil dies Synergien zu anderen kommunalen Handlungsfeldern bringt: Eine Erhöhung der Lebensqualität für die Bürger, Bewegungsräume und Erholungsmöglichkeiten, die Anpassung an den Klimawandel. Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) hat im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) die „Kommunen für biologische Vielfalt“ zusammengebracht und für die Deklaration gewonnen.
 
Der Anklang bei den Städten und Gemeinden ist so groß, dass sie sich in einem kommunalen Bündnis für biologische Vielfalt zusammenschließen wollen und dies zum Tag der biologischen Vielfalt veröffentlichen.
 
Mehr und mehr Kommunen erkennen den hohen Stellenwert der biologischen Vielfalt für das Gemeinwesen. Denn Städte mit viel Grün sind attraktiv. Städte und Gemeinden, die den Schutz von Lebensräumen und Tier- und Pflanzenarten in die Planungen einbeziehen, haben zugleich eine hohe Lebensqualität und erzeugen daher einen Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger.
  
Unabhängig von der finanziellen Lage, zeigen Kommunen bereits seit Jahren, dass der Schutz der biologischen Vielfalt ihnen ein wichtiges Anliegen ist. Im Juli 2010 können die Kommunen im DUH-Wettbewerb „Bundeshauptstadt der Biodiversität“ beweisen, wie erfolgreich sie sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzen.

www.duh.de/
 
www.duh.de/uploads/media/DUH-Hintergrund_Biotopverbund_0704101.pdf

Grüße
#2110
Aw: Eremit BS - auf Ff. Homepage angekommen
May 26 2010 23:27:26
Peter Illert berichtet auf der Frankfurter Homepage dortiger Aktiver:

25. Mai 2010

Kleiner Käfer bedroht Ausbau des VW-Flughafens Braunschweig

Seit etwa 130 Tagen protestieren EinwohnerInnen der Nord-Vororte Braunschweigs jeden Tag mit dem 16 Uhr-Spaziergang gegen den geplanten Ausbau des Flughafens. Dabei wird auch regelmässig das Rodungsgebiet begangen und geprüft, ob die Baumassnahmen gesetzeskonform verlaufen.

Am 17.5. endeckten dort Naturschützer ein Vorkommen des Eremiten (osmoderma eremita), einer streng geschützen Rosenkäferart.
Mehrere Larven des Eremiten wurden im Mull eines Baumstrunks endeckt, der unmittelbar vor der Abrodung durch die Flughafengesellschaft stand.
Die Käfer gelten als besonders standorttreue Tiere.Nach dem Schlüpfen ziehen sie auf die Bäume um - bevorzugt auf Eichen und Hainbuchen. In 8-10 Meter Höhe posieren die Männchen an heissen Tagen in den Höhlenöffnungen. Dabei geben sie einen Lockstoff ab, den die Weibchen noch in 500-1000 Meter Entfernung wahrnehmen können.

Der Eremit ist vom Aussterben bedroht, seine Vorkommen sind nach der FFH-Richtlinie und der Berner Konvention als Schutzgebiete auszuweisen. Am 18.5. erklärte die untere Naturschutzbehörde eine Veränderungssperre für den unmittelbaren Fundbereich.

Die Ausbauarbeiten sollen trotzdem weitergehen.
Wegen seiner besonderen Schutzwürdigkeit könnte "Karl der Käfer" für "Herbie, dem tollen VW-Käfer" ernsthaft gefährlich werden. Die Satelliten der Volkswagen AG gelten weiterhin als Haupttriebfedern des Ausbauprojekts. Vor allem der Cargo/Logistik-Verkehr für VW dürfte in den Ausbau-Überlegungen eine Rolle spielen. Die Spedition Schnellecke möchte sich am Flughafen ansiedeln. Der Aufsichtsratsvorsitzende Prof. Rolf Schnellecke ist auch Oberbürgermeister von Wolfsburg. Die Stadt Wolfsburg hält 17,8 % der Anteile an der Flughafengesellschaft.

Ebenso wurde bekannt, dass die DLR (Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt) die Startbahnverlängerung wünscht, um in Braunschweig u.a. Tests an dem neuen Militärtransportflugzeug A 400-M durchführen zu können. Bei einem eilig einberufenen Pro-Ausbau- Happening mit Flugzeugtaufe am 15.4. 2010 betonte DLR-Vorstandschef Prof. Dr. J.-D. Wörner jedoch besonders den zivilen Nutzen der Forschung. (Anmerkung: Prof. Wörner war jahrelang Leiter des Regionalen Dialogforums beim Flughafenausbau in Frankfurt)

Es ist geplant, die Hauptverbindungsstrasse von Waggum nach Braunschweig ab Spätsommer ersatzlos zu kappen. Der Verkehr soll dann durch Wohngebiete abgeleitet werden. Ein Tunnelbau ist der Flughafengesellschaft zu teuer. Kurz nach dem feierlich begangenen 100. Nachmittagsspaziergang führte die Bürgerinitiative eine symbolische Tunnelbau-Wühlaktion durch. Nach wie vor haben die Polit-Maulwürfe aus Waggum eine reelle Chance, den Ausbau zu stoppen
bbi.unser-forum.de/Archiv/2010/bi_2010_05_25_braunschweig.htm

Dazu noch viel Bildmaterial aus BS
Dank an Peter nach Frankfurt
#2104
Aw: Naturschützer finden Eremit im Querumer Forst
May 24 2010 22:42:05
Die aktuelle Entwicklung mit dem Fund der Larven u.a. des Eremiten wurde zum Anlass genommen beigefügten Brief mit einigen offenen Fragen an die Untere Naturschutzbehörde (UNB) zu richten und zur Kenntnis auch an das Niedersächsische Landesamt für Umweltschutz (NWLKN) sowie an das Ministerium für Umwelt und Klimaschutz weiterzuleiten.

Denn der Funde des Eremiten in der abgeholzten Fläche ist ermutigend - aber man muss sich immer vor Augen halten, dass im Herbst noch einmal gut 28ha gerodet oder gekappt werden sollen - und das ist dann fast ausschließlich historisch alter Baumbestand.

Darum gilt es jetzt zu kämpfen, d.h. es gilt zu erreichen, dass jetzt endlich eine fachlich und methodisch fundierte Untersuchung der Holzkäfer im Betroffenheitsbereich stattfindet - vor allem in dem Waldbestand der, im Herbst zur Rodung, Kappung etc. ansteht - um die Katastrophe, die jetzt eingetreten ist, zu vermeiden, nämlich, dass streng geschützte Arten erst gefunden werden, wenn die Bäume schon gefällt sind - ein Supergau für die Behörde, die für die Umsetzung der Naturschutzaspekte verantwortlich ist.

Dabei geht es nicht nur um den Eremiten, sondern auch, oder sogar noch mehr um den Veilchenblauen Wurzelhalsschnellkäfer (Limoniscus violaceus - FFH-Liste Anhang II)), der gerade auf die (von außen oft nicht sichtbaren) mulmreichen Stammfußhöhlen angewiesen ist, die im Querumer Forst ungewöhnlich zahlreich und in ungewöhnlich guter Ausprägung vorhanden sind. Nach dieser Schnellkäfer-Art, von der es bisher nur einen Nachweis in Niedersachsen gibt, hat bisher keiner gesucht, sie ist bisher völlig "unter den Tisch" gefallen, obwohl die Lebensbedingungen für diese Art im Querumer Forst potenziell vorhanden sind. Jetzt sind aber zusammen mit den Larven des Eremiten auch Larven von Schnellkäfern gefunden worden => Jetzt ist eine systematische Untersuchung dringend geboten.

Die Reaktion der Flughafengesellschaft auf die Larvenfunde nach dem Motto "egal, was passiert - wir machen weiter", war nicht anders zu erwarten. Wahrscheinlich könnte man im Querumer Forst ein Mammut finden - es würde nichts ändern: die Natur würde weiter platt gewalzt. Die Eile von Seiten der Ausbaubetreiber und ihrer ergebenen Helfershelfer dort irreversible Fakten zu schaffen, wird immer deutlicher und grotesker.

Der Fund des Eremiten ist schön - aber wie man sieht - er wird geflissentlich ignoriert. Im Übrigen ist der Fundort nicht "außergewöhnlich", sondern - zumindest wenn man den Berichten der Augenzeugen und der nun notdürftig mit Trassierband gekennzeichneten Fläche folgt - genau dort, wo laut Gutachter THEUNERT (2004) im Rahmen der Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) im Zuge des Planfeststellungsverfahrens (Kartierungen von Pflanzen und Tieren 10.1; Abb. 3, S. 72)"ein Vorkommen des Eremiten für am wahrscheinlichsten gehalten wird". Im Übrigen hat der Gutachter und auch das Büro LAREG die Holzkäfer-Untersuchungen im Rahmen der UVS als "nicht systematisch" bezeichnet - d.h. alles was bisher zu Holzkäfern im Querumer Forst gemacht wurde, ist unter "Zufallsfunden" zu verbuchen - das ist etwa so als würden die prospektiven neuen Nutzer der verlängerten Landebahn bei ihren Start-/Landeversuchen keine Daten zum Auftrieb erheben.

Man darf gespannt sein,was nun in den mit Trassierband markierten Flächen geschieht - erfolgt nun endlich die nach Planfeststellungsbeschluss vorgeschriebene gründliche Untersuchung der Holzkäfer mit fachlich adäquaten Methoden (aufgrund der Sachlage eigentlich eine Selbstverständlichkeit) oder wieder wieder eine der typischen Untersuchungen, bei der nichts gefunden wird, wo nichts gefunden werden darf.

Man fragt sich, warum beginnen diese Untersuchungen der Holzkäfer erst jetzt, nach dem Fund einer streng geschützten Art? Warum wurde damit nicht schon vor 2,5 Monaten, also "nach dem Fällen" (wie der Planfeststellungsbeschluss vorschreibt) angefangen?

Als seriöse Firma müsste das bisher dort tätige Gutachterbüro den Auftrag für diese Untersuchungen zurückweisen, um nicht in Interessenskonflikte zu geraten und die UNB bzw. Flughafengesellschaft sind gehalten von sich aus eine andere Firma beauftragen, auch um die bisher dort tätige Gutachterfirma zu schützen.

Denn würde die bisher dort tätige Gutachterfirma jetzt etwas finden, das den Ergebnissen ihrer früheren Erhebungen
widerspricht (z.B. weitere Eremitenvorkommen oder gar den Veilchenblauen Wurzelhalsschnellkäfer o.ä.), würde sie sich doch selbst ein schlechtes Zeugnis ausstellen - warum also die Gutachterfirma in eine solche Situation bringen?

Die Frage ist, muss nicht die Auftragsvergabe für solche Untersuchungen, die ja im öffentlichen Interesse durchgeführt werden, sowieso öffentlich ausgeschrieben und mindestens 3 Angebote eingeholt werden?
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