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AKW sind sicher, Endlager sind noch sicherer

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10 Jahre 8 Monate her - 10 Jahre 8 Monate her #4294 von Frau Mundvoll
Verwundert belichten die Mainstream-Medien uns derzeit die angeblich so gelassene japanische Mentalität, beklagen Desinformationspolitik der dortigen Regierung und die Verharmlosung sowie den Umstand, dass Japaner so prima zwischen nuklearer Bedrohung der Atombombe und der "friedlichen Nutzung" von Atomkraftwerken unterscheiden. Dabei betreibt man hierzulande gerade eine bizarre, völlig unglaubwürdige auf drei Monate begrenzte Schein-Diskussion um "Sicherheit" und "Sichererheit" der deutschen Meiler. Völlig davon getrennt und vergessen, die Bedrohung durch unsichere Endlagerstätten.


Sicherheit hat höchste Priorität - auch in der Asse

Im Verlauf dieser Schein-Debatte wird weiter klar, dass jetzt die Bürgerinitiativen, die sich gegen oberirdische Stromtrassen und Biomüll-Anlagen aussprechen, erneut alternativlos gestellt und zum Mundhalten verdonnert werden sollen, wenn sie denn "wirklich" regenerative Energien wollen. Fein ausgedacht! Über dezentrale Energiemodelle oder gar über eine Verlegung von Stromtrassen unter die Erde wird gar nicht erst diskutiert, was erneut von Unglaubwürdigkeit dieser "Brücken-Technologen" kündet.

Die atomare Katastrophe in japanischen AKWs scheint nur die Kraftwerke selbst zu befallen, wenn man der Reaktion des niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister (CDU) glauben mag. McAllister zieht zwischen Verstrahlungspotenzial von Atommülllagern und AKWs eine ziemlich unverständliche Trennungslinie.

Der Ministerpräsident musste sich nach dem Spitzengespräch im Kanzleramt Kritik gefallen lassen. Die Opposition warf ihm vor, er setze sich nicht für eine neue Atomendlager-Suche ein. Grüne und SPD hatten erwartet, dass sich McAllister bei dem Treffen mit Merkel für Alternativen zum Salzstock Gorleben als mögliches Atomendlager stark macht. Der Regierungschef sagte dazu, Gorleben und der Castor-Transport seien aber kein Thema gewesen. Es sei ja nur um die Sicherheit der Atommeiler gegangen, zitiert man den Ministerpräsidenten unkommentiert und brav in der Braunschweiger Zeitung.

Frau Mundvoll
Letzte Änderung: 10 Jahre 8 Monate her von Frau Mundvoll.

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10 Jahre 8 Monate her #4300 von Frau Mundvoll
Eigentlich ist nur katastrophal an dieser AKW-Katastrophe, dass Japan uns ausgerechnet zu den für uns überaus wichtigen Landtagswahlen in BW und NRW eine derartige Diskussion beschert, so deuten es die derzeitigen innerdeutschen CDU/FDP-Debatten an. In Wirklichkeit spielen wir ja nur Erstaunen, Schrecken und die Suche nach einem Ausstieg. Selbst wenn weltweit AKWs hochgehen, sind das nur Einzelfälle, unsere deutsche Technik hingegen ist sicher. Das haben offensichtlich auch die Japaner gedacht. Und selbst wenn hier eines hochgehen würde, dann müssten die Folgen eben wir alle tragen - genau so wie derzeit die stoisch wirkende japanische Gesellschaft. Bis dahin aber, spielen wir, die Regierung, weiter und mischen noch kräftig mit, auch am Volk vorbei.

Von Einsicht nichts in Sicht

Da gibt die Bundeskanzlerin und angeblich so versierte Physikern Dr. Merkel bekannt, dass sie Atomkraft auch weiterhin für durchaus vertretbar und verantwortlich hält und weiter befürwortet, da verplappert sich der weinselige FDP- und Wirtschaftsminister Brüderle beim BDI, dass das Moratorium nur auch wahltaktischem Kalkül angeordnet wurde. Da verkündet McAllister, dass schnellstens Hochspannungsmasten hochgezogen werden müssen und auch der schleswig-holsteinische CDU-Ministerpräsident Carstensen stellt auch mal pro forma eine "Drei-Punkte-Roadmap" vor, um sich den Anschein zu geben, mehr Strom aus erneuerbarer Energie produzieren zu wollen. Man droht mit Vermastung und höheren Stromkosten, so als gebe es die jahrzehntelange Subventionierung von Atomenergie überhaupt nicht. Carstensen sprach sogar von einer "Stromautobahn" von Brunsbüttel nach Bayern. Er erklärte aber auch, dass die Energiewende ihren Preis habe: "Die Landschaft wird eine andere sein", etwa durch mehr Windkraftanlagen oder Maisfelder für Biomasse. Strom würde teurer werden. (taz)

Bedrohungslage durch Erneuerbare?

Masten, Mais und Verteuerung sind also laut dieser Kommentatoren weitaus gefährlicher als ein sehr wohl möglicher GAU, eine landesweite Verstrahlung, missgebildete Kinder, Krebs und verstahlte Lebensmittel sowie auf sehr lange Zeit verstrahlte Trinkwasserressourcen, denn sterben müssen wir alle irgendwann und irgendwie - oder? Von daher können wir doch nicht allen Ernstes gegen Atomkraft sein - oder?

Monopolwirtschaft mit Hochspannung beschleunigen?

So soll ein Maßnahmen-Vorranggesetz den Ausbau des Stromnetzes beschleunigen und den Rechtsweg (!) zu verkürzen. "Maßnahmen-Vorrang-Gesetz" - was heißt das anderes als zurück zum Vertrag der Rot-Grünen Regierung, die der schnellstmöglichen Entwicklung von erneuerbaren Energien und Umwelttechnik mit verstärkter Förderung den Vorrang vor den alten Energien (Atom, Kohle, Gas, Erdöl) geben wollte?

Aber Netzbetreiber sollen mit einer CDU-"Sprinterprämie" nur gelockt werden, schnell neue Leitungen zu legen, und zwar Hochspannungsleitungen! Mit dieser findigen Idee versucht die Regierung nun am Ende doch das durchzusetzen, was ihr bei der voreiligen und jetzt fragwürdigen Laufzeitverlängerung angesichts der japanischen Ereignisse doch nicht ganz zu gelingen scheint. Es geht in erster Linie darum, die Energieunternehmen zu schützen und ihnen Zeit zu verschaffen, ihre Monopolstellung mit ins Zeitalter der Erneuerbaren hinüber zu retten, ohne Verluste zu erleiden.

Die Regierung indessen sagt sich: Wir spielen ja nur. Wir spielen jetzt 3 Monate Nachdenken auf Zeit, danach schalten wir wieder ab - das Denken natürlich, nicht die AKWs. Spielen dann Poker mit den Energieunternehmen, damit sie, um uns einen Wahlsieg zu garantieren, erst einmal zur allgemeinen Beruhigung die alten Wrackmeiler ruhen lassen bis wir weiter regieren können.

Wer Erneuerbare will muss bluten?

Und weil wir pfiffig sind, treiben wir parallel unsere Forderungen nach dem Weiterverbleib von Monopolwirtschaft auf dem Energiemarkt voran, fordern Ausbau von Hochspannungsleitungen durch ganz Deutschland, was das marode Stromnetz, das die Energieunternehmen haben verrotten lassen, wieder auf Vordermann bringen wird. So installieren wir auch zukünftig für die Energieriesen das, was wir bisher vehement blockiert haben, nämlich erste Schritte in erneuerbare Energiewirtschaft und sichern so erneut den Unternehmen reichliche Einkünfte. Da werden die Bürger bluten müssen, werden Masten in ihren Vorgärten dulden müssen und höhere Strompreise. Wer Erneuerbare will muss nun auch Hochspannung und Teuerung in Kauf nehmen, so die verkürzte Botschaft aus Regierungskreisen. Für dumme Wähler mag diese Rechnung aufgehen. Nicht jedoch für jene, die sich ein gut ausgebautes, ausreichendes unterirdisches Leitungsnetz oder eine dezentrale Stromproduktion vorstellen können.

Brückentechnologie = Struktur-Monopol erneuern mit Erneuerbaren

Leider hat uns die Weigerung der Regierungskoalition aus CDU und FDP, uns rechtzeitig auf Erneuerbare umzustellen und auch diese unnötige Laufzeitverlängerung nicht die "Stromlücke" sondern eine erhebliche Entwicklungslücke beschert.

DIE Chance für Deutschland - Erneuerbare!

Weitsichtigere Menschen sahen in einer forcierten Entwicklung und einem Ausbau regenerativer Energien schon lange eine Chance für Deutschland, weltweit eine Vorrangstellung zu erreichen, die anderen Ländern Vorbild sein kann, dass zukunftsorientierte, ungefährliche und ressourcenschonende Energie möglich ist. Da würden sich auch aus ökonomischer Sicht neue Absatzmärkte und Arbeitsplätze eröffnen. Aber bisher hat diese Regierung nur so getan, als ob man eine Brücke zu diesen Entwicklungen schlagen wolle. Jetzt aber wird offenbar, dass es eine Hinhaltebrücke für die Energiekonzerne war, die sich irgendwann aufrappeln sollten, um ihr Monopol erneuerbar zu gestalten.

Gerade Deutschland wäre aufgrund der wirtschaftlichen Lage sogar bestens geeignet, diese regenerative Energieentwicklung anzugehen. Gerade bei Automobilherstellern müsste ein vorherrschendes Interesse bestehen, Speichermöglichkeiten für Kraftfahrzeuge und alternative Treibstoffe zu entwickeln. Da hätte gerade unsere Region viel zu gewinnen.
Wer diesen Schub wünscht, sollte die jetzt agierenden Spieler einfach mal vom Spieltisch wählen, sonst wird es nichts mit einem ernsthaftem Ausstieg aus dieser Dino-Energie.


Frau Mundvoll

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10 Jahre 3 Monate her #5078 von Helmhut
Und wieder was am Trafokasten:
E.on lässt AKW Brokdorf vorerst vom Netz


"Kiel. Das Kernkraftwerk Brokdorf bleibt nach der Störung vom Wochenende zunächst abgeschaltet. Die Anlage werde erst wieder angefahren, wenn die Störung beseitigt worden sei. Erkenntnisse über die Ursache der Störung liegen noch nicht vor.

Nach dem Zwischenfall im schleswig-holsteinischen Kernkraftwerk Brokdorf vom Sonntag dauert die Ursachenforschung an. Erkenntnisse über die Ursache der Störung am Trafo lägen frühestens Mittwoch vor, sagte Eon-Kernkraft-Sprecherin Petra Uhlmann am Montag auf dapd-Anfrage in Hannover. Nach Angaben des Betreibers war ausschließlich der konventionelle Teil der Anlage betroffen.

Der Reaktor sei daraufhin heruntergefahren worden und werde erst wieder angefahren, wenn die Störung beseitigt worden sei, sagte Uhlmann. Eine Schutzeinrichtung am Maschinentrafo hatte Schadgase gemessen und diesen daraufhin abgeschaltet. Wie in so einem Fall vorgesehen, hätten sich dann ordnungsgemäß Generator und Turbine ausgeschaltet..."

www.derwesten.de/nachrichten/wirtschaft-und-finanzen/Eon-laesst-AKW-Brokdorf-vorerst-vom-Netz-id4943006.html

Siehe auch:
www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/brokdorf195.html

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10 Jahre 3 Monate her #5114 von Helmhut
Stresstests für Endlager und weitere Atomanlagen geplant.

Die Bundesregierung will einem Medienbericht zufolge nun auch weitere Atomanlagen einem Stresstest unterwerfen. Darunter: die Urananreicherungsanlage im münsterländischen Gronau, die Brennelementefabrik in Lingen, die laufenden Forschungsreaktoren und die Zwischenlager.

Frühestens im Frühjahr 2012 soll ein Bericht eine Einschätzung zur Sicherheit der Anlagen ermöglichen...
www.news.de/politik/855210464/news-am-morgen/1/

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10 Jahre 3 Monate her #5216 von Helmhut
US-Erdbeben: 2 Atomkraftwerke abgeschaltet


23.08.2011

Nach dem Erdbeben in den USA mussten zwei Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Eine Notstromversorgung würde derzeit die Kühlung übernehmen. Gefahr für die Bevölkerung bestehe angeblich nicht...
www.mmnews.de/index.php/etc/8404-us-erdbeben-2-atomkarftwerke-abgeschaltet

Kommt mir irgendwie japspanisch vor! Wer erinnert sich nicht, ist noch nicht so lange her.

Gruß
Helmhut

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10 Jahre 1 Monat her - 10 Jahre 1 Monat her #5852 von Helmhut
Brand in Oskarshamn
Schwedisches Atomkraftwerk zieht Notbremse

23.10.2011, 16:49

"Immer eine ernste Angelegenheit": In der Nacht zum Sonntag ist in dem schwedischen Atomkraftwerk ein Brand ausgebrochen - der betroffene Reaktor wurde sofort heruntergefahren. Mitbetreiber der Anlage ist der deutsche Energiekonzern Eon..."

Der Feueralarm soll gegen Mitternacht erfolgt sein.
ZU BEACHTEN! - In einer der Turbinenhallen! Also keineswegs eine externe Angelegenheit, sondern schon ziemlich nah dran! 
Letzte Änderung: 10 Jahre 1 Monat her von Helmhut.

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