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ECE - Todesstoß für den Einzelhandel

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10 Jahre 4 Wochen her #5881 von Helmhut
ECE Mainz - Das ist der Todesstoß für den Einzelhandel

Ein Bür­ger­ent­scheid in Kai­sers­lau­tern hat grünes Licht für den Bau einer »Shop­ping­mall« durch den Ham­burger Pro­jekt­ent­wickler ECE gegeben (jW berich­tete). Auch in der Mainzer Alt­stadt will der Kon­zern einen Kon­sum­tempel hin­klotzen. Auch hier wird Ablehnung laut. Sie wollen einen Bür­ger­ent­scheid in dieser Frage, der Antrag Ihrer Frak­tion wurde im Stadtrat jedoch nie­der­ge­stimmt.

"Diese Shop­ping­malls sind wie Staub­sauger: Sie ziehen der Kon­kur­renz Kunden und Umsatz weg. Erfah­rungen aus anderen Städten zeigen, daß gewal­tige Ver­wer­fungen im regio­nalen Ein­zel­handel ein­setzen und alt­ein­ge­ses­sene Geschäfte von den großen Ketten ver­drängt werden, die sich in der Mall niederlassen.
Dazu kommen Ver­kehrs– und Umwelt­be­las­tungen und die Ver­nich­tung regu­lärer Beschäf­ti­gung zugunsten von Niedrig­lohnjobs. Weil die Gewer­be­steuer am Kon­zern­sitz fällig wird, gehen der Stadt­kasse auch noch Mil­lio­nen­ein­nahmen flöten. ..." heißt es da.

Nur Sorgen, oder gibt es dafür hand­feste Belege?

Man beruft sich auf zwei Stu­dien: "Eine stammt von der Ökonomin Monika Walther von der Hafen­City Uni­ver­sität Ham­burg. Sie hat über zehn Jahre zu den Aus­wir­kungen von Ein­kaufs­zen­tren geforscht und fest­ge­stellt, daß die tra­di­tio­nellen städ­ti­schen Struk­turen massiv in Mit­lei­den­schaft gezogen werden.
Zum selben Ergebnis gelangt das Deut­sche Institut für Urba­nistik (difu) in seinem For­schungs­pro­jekt »Wir­kungs­ana­lyse großer städ­ti­scher Ein­kaufs­center«. Auch darin ist von nach­hal­tigen Schäden und Risiken für die Innen­städte die Rede."

Und man zieht aus beiden Studien ein Fazit:
"Malls sind der Todes­stoß für den gewach­senen Einzelhandel."

Fragwürdige Gutachten - immer die gleiche Methode

Auch in Mainz fragt man sich, warum dann ein von der Stadt Mainz in Auf­trag gege­benes Gut­achten zu dem Schluss kommt, dass eine Mall sehr wohl stadt­ver­träg­lich sei, und zwar in der von ECE ange­peilten Größe mit 30.000 Qua­drat­me­tern Verkaufsfläche.

Das ist ein Gefäl­lig­keits­gut­achten, heißt es. Kommt uns irgendwie bekannt vor, was?

"Es wurde von der Bul­wi­en­Gesa AG erstellt, zu deren festem Kun­den­stamm ECE gehört. Außerdem sitzen beide Unter­nehmen im German Council of Shop­ping­cen­ters, dem füh­renden deut­schen Lob­by­ver­band der Branche. Auch in Kai­sers­lau­tern ent­spra­chen die Emp­feh­lungen der Bul­wi­en­Gesa exakt den Vor­stel­lungen von ECE. Wie in Kai­sers­lau­tern hat sich auch die Mainzer Stadt­spitze rasch auf ECE als Investor fest­ge­legt. Woran lag das?

ECE hat ein­fach Fakten geschaffen und das Karstadt- Gebäude, das Teil der Shop­ping­mall sein soll, gekauft. Damit war der bis dahin ein­zige Mit­be­werber aus dem Rennen. Wich­tiger ist aber die Frage, warum die Stadt­rats­mehr­heit über­haupt eine Mall will.
Und wissen Sie es?"

Es heißt, "ECE sei der ein­zige Investor, der wirk­lich etwas ver­än­dern will, der nicht nur das marode Karstadt- Gebäude auf­mö­belt, son­dern Moder­nität und neue Kauf­kraft nach Mainz bringt. Die Ver­spre­chen des Kon­zerns werden ein­fach nach­ge­betet und sämt­liche Zweifel und Ein­wände konse­quent ausgeblendet."

Die dortige Bür­ger­in­itia­tive "Mainzer Lud­wigs­straße" hält sich derzeit noch alles offen und will zunächst abwarten, was bei den lau­fenden Bür­ger­foren her­aus­kommt und auf wel­ches end­gül­tige Kon­zept sich die Stadt am Ende mit ECE ver­stän­digt. Erst abhängig vom Aus­gang des Ver­fah­rens und der abschlie­ßenden Stadt­rats­ent­schei­dung soll dann unter Umständen über ein Bürger­be­gehren ent­schieden werden. Man schließt daraus, die BI würde bei einer etwas klei­neren »Shop­ping­mall« viel­leicht mitmachen. DIE LINKE spricht sich gegen eine Shopping-Mall aus. Sie plä­dieren für eine gemischte Bebauung und eine lebendige Innen­stadt, die Kom­merz, Wohn- , Lebens– und Frei­zeit­raum in Ein­klang bringt."


(Quelle: meinpolitikblog.de )

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