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Schwere Vorwürfe gegen Braunschweiger Polizei-Gewahrsam erhärten sich PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Redaktion   
Mittwoch, den 29. Juni 2011 um 18:29 Uhr

gerahmte Beule in der Wand zur Einschüchterung?

 

Die gerahmte Beule "Kopfstoß gleich Kopflos" hängt noch, wie heute Pressevertreter feststellen konnten.


Im Rahmen einer Kundgebung vor der Gewahrsamnahmestelle in der Friedrich-Voigtländer-Str. wurde am Mittwoch nachmittag seitens der Pressevertreter bei der Polizeidirektion nachgefragt, was es mit dem Vorwurf auf sich hätte, es gäbe immer noch Fesselungsbilder an den Flurwänden vor den Zellen.


Vor zweieinhalb Jahren hatten diese Bilder zu Protesten geführt, woraufhin die Polizeidirektion Braunschweig am 12.1.2009 an die BIBS-Fraktion im Braunschweiger Rathaus versichert hatte:

"Die Fotos mit Fesselungsbeispielen im Braunschweiger Polizeigewahrsam wurden entfernt", damit sei "insbesondere der Forderungen des Europäischen Ausschusses zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe nachgekommen worden." (Brief der Polizeidirektion Braunschweig an die BIBS-Fraktion vom 12.1.2009)

 

Man schaute heute nach.


Die gerahmte Beule in der Wand mit der Bildunterschrift "Kopfstoß gleich Kopflos" hängt noch, die übrigen Bilder wurden entfernt.

 

Eine Erklärung dafür seitens der Polizeidirektion ist nicht bekannt.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 29. Juni 2011 um 18:35 Uhr
 
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Im Forum diskutieren. (18 posts)
Diskutieren (18 Posts)
Aw: Schwere Vorwürfe gegen Braunschweiger Polizei-Gewahrsam erhärten sich
Aug 20 2011 09:02:06
Die Seite mag veraltet sein, die Inhalte jedoch so aktuell wie nie.
In Bremen forderten gerade Grüne und Linke sogar eine namentliche Kennzeichnung von Beamten (Namensschild), damit im Falle von Repressalien auch der Täter namentlich genannt werden kann. Bei jedem Super- und Baumarkt sei es üblich, Verkäufer, Dienstleistende und Ansprechpartner mit einem Namensschild auszuzeichnen, damit man wisse, an wen man sich zu halten hat, falls Hilfe benötigt wird.

Dies lehnte die Polizeigewerkschaft mit dem unverschämten Vergleich ab, auch Juden seien im Dritten Reich gekennzeichnet worden. So würden im Nachhinein durch die Polizei die Holocaust-Opfer verhöhnt, empörten sich die Opposition.

Das Schlimmste aber ist, die Bremer CDU gab ihnen Recht und wird gegen die namentliche Kennzeichnung sein.

Gruß
Helmhut
#5187
Aw: Schwere Vorwürfe gegen Braunschweiger Polizei-Gewahrsam erhärten sich
Aug 20 2011 08:48:44
Helmhut schrieb:

www.polizeigewalt.de/


Leider ist das letzte Update fast zehn Jahre her, eine echte Internetleiche eben. Ein Impressum fehlt ebenso, echt nicht mehr zeitgemäß und auch so nicht zulässig.

Helmhut schrieb:

Man fragt sich direkt,
wie diese Freunde und Helfer
von der Polizei mit ihren
eigenen Kindern fertig werden?


Vermute mal ganz liebevoll, da sie ja ihren aufgestauten Frust an harmlosen Bürgern auslassen. Nach Dienstschluss sind sie dann schön abreagiert und liebevolle Eltern
#5185
Aw: Schwere Vorwürfe gegen Braunschweiger Polizei-Gewahrsam erhärten sich
Aug 20 2011 08:27:35
Rechnung

1 Person wegen Meckerns
die sich nicht ausziehen
und sich keiner Blutprobe unterziehen möchte,
+ 1 Wohnunginhaber auch wegen Meckerns
+ weitere Personen wegen Parolen
und Kreidemalereien vorm Haus
_______________________________________

= alle ab ins Gefängnis
=======================================

Man fragt sich direkt,
wie diese Freunde und Helfer
von der Polizei mit ihren
eigenen Kindern fertig werden?


www.polizeigewalt.de/
#5182
Aw: Schwere Vorwürfe gegen Braunschweiger Polizei-Gewahrsam erhärten sich
Aug 19 2011 18:59:36
Im Rückkehrschluss sollen wir glauben das es glücklich ausgegangen ist, denn schließlich wurde sie (die Person) nicht erschossen.

Aber auch dann gibts hier noch keine britischen Verhältnisse
#5181
Schwere Vorwürfe gegen Braunschweiger Polizei-Gewahrsam
Aug 19 2011 15:15:46
Auf Anfrage der Linken im Landtag zu den Vorgängen am 21.Juni 2011 ist diese Erklärung in der Braunschweiger Zeitung vom 19. August 2011 zu bestaunen.
#5180
Aw: NDR-Fernsehen berichtete zu
Aug 03 2011 12:03:47
Daniel schrieb:
Hier noch der Bericht von Niedersachsen 18:00, in dem Herr Prof. Rafael Behr besser und ausführlicher zu Wort kommt. Schade das diese Aussagen in Hallo Niedersachsen nicht mehr gesendet wurden.

Konnte den Beitrag inklusive Prof. Behrs Expertise gestern selbst leider nicht mitverfolgen, deshalb Dank, dass man ihn hier nachträglich - und in voller Gänze - sehen kann. Wurde der gesamte Beitrag Prof. Behrs bei "Hallo Niedersachsen" gekürzt oder nur teilweise?

Gruß
Helmhut
#5027
Aw: NDR-Fernsehen berichtete zu "Polizeigewalt"
Aug 03 2011 03:11:55
Hier noch der Bericht von Niedersachsen 18:00, in dem Herr Prof. Rafael Behr besser und ausführlicher zu Wort kommt. Schade das diese Aussagen in Hallo Niedersachsen nicht mehr gesendet wurden.
#5020
NDR-Fernsehen berichtete zu "Polizeigewalt"
Aug 02 2011 20:16:24
Hier nun der Bericht in Hallo Niedersachsen von 19:30

www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/media/hallonds4615.html
#5018
NDR-Fernsehen heute zu "Polizeigewalt"
Aug 02 2011 12:21:12
Rosenbaum schrieb:
Der NDR hat über die Vorgänge in und um das Polizei-Gewahrsam einen Beitrag gedreht, welcher gesendet wird:

NDR-Beitrag namens "Polizeigewalt" läuft am heutigen Dienstag ab 19.30 in "Hallo Niedersachsen".

Als Thema vorher auch in den Nachrichten im NDR-Fernsehen (3. Programm) um 18:00 Uhr.
#5013
Aw: Antwort der Polizeidirektion stimmt so nicht
Aug 02 2011 12:09:57
Der NDR hat über die Vorgänge in und um das Polizei-Gewahrsam einen Beitrag gedreht, welcher gesendet wird:

NDR-Beitrag namens "Polizeigewalt" läuft am heutigen Dienstag ab 19.30 in "Hallo Niedersachsen".

Als Thema vorher auch in den Nachrichten im NDR-Fernsehen (3. Programm) um 18:00 Uhr.
#5010
Antwort der Polizeidirektion stimmt so nicht
Jul 29 2011 11:01:38
Die Bildunterschrift im Artikel der taz lautet "BIBS".



Es mag wirklich ein wenig ungeschickt sein, dass die taz ein Bild der BIBS aus den Vorjahren zu ihrem Artikel gestellt hat, aber die im Artikel ausgewiesene Erklärung dazu spricht Bände und den offenbar wahren Sachverhalt an Ort und Stelle.

Dort heißt es: "Polizeisprecher Joachim Grande hatte die Vorwürfe gegenüber der taz zunächst als "Blödsinn" bezeichnet. Davon ist er mittlerweile abgerückt.

"Wir werden nichts vertuschen", sagt er. Bereitwillig zeigt er den Flur des Gewahrsams im Keller der Polizeidirektion. Bilder hängen an der Wand: Ein Gefangener, gefesselt auf einer Zellenpritsche. Daneben, säuberlich gerahmt, eine Delle in der Wand, unter der steht: "Kopfstoß gleich kopflos". Da habe vermutlich ein Gefangener seinen Schädel vor die Wand gehauen, erklärt Grande. Warum die Delle immer noch da ist? Um die zu entfernen, brauche es Geld von der öffentlichen Hand, meint er. "Für Spachtelmasse."
www.taz.de/!73615/

Mag der Keller vielleicht kein Gruseln erzeugen, die ungenauen und unkorrekten Aussagen der Braunschweiger Polizei mehren sich und das ist zum Gruseln Grund genug.

Das Zitat zeigt doch deutlich genug, dass die Bilder nicht zuvor entfernt worden sind, sonst hätte die taz das so gar nicht schreiben und Polizeisprecher Grande so kommentieren können.

Das zeigt zudem, dass beide Bilder - der Kopfstoss als auch die Fesselungsszene - noch beide dort hängen. Entweder schreibt Döring hier offensichtlich die Unwahrheit oder der eigene Pressesprecher weiß nicht mal, wie es aktuell dort vor Ort aussieht.

Hier stimmt was nicht!

Ein Besuchertermin, um den sich widersprechenden Sachverhalt endgültig und erneut zu klären, wäre also mehr als angebracht.
#4974
Gruselkeller: Antwort der Polizeidirektion
Jul 29 2011 09:07:51
Rosenbaum schrieb:
Die BIBS-Fraktion nimmt die seinerzeitige Diskussion um die Gewahrsamsstelle wieder auf mit einem Brief vom 5.7.2011 an die Braunschweiger Polizeidirektion:


"Betr. entwürdigende Bilddarstellungen im Gewahrsamkeller

Sehr geehrter Herr Döring,

ich komme heute zurück auf unseren Schriftverkehr aus der Jahreswende 2008/2009 in Sachen Braunschweiger Polizeigewahrsam und dort seinerzeit vorgefundenen fragwürdigen Bilddarstellungen an den Flurwänden.

Noch am 12.1.2009 endete unser Schriftverkehr mit der Zusicherung aus Ihrer Direktion:

> "Die Fotos mit Fesselungsbeispielen im Braunschweiger Polizeigewahrsam wurden entfernt", damit sei "insbesondere der Forderungen des Europäischen Ausschusses zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe nachgekommen worden." (Brief der Polizeidirektion Braunschweig an die BIBS-Fraktion vom 12.1.2009)

Die entwürdigenden Bilddarstellungen wurden aber offensichtlich nicht oder nur teilweise entfernt, denn am 29. Juni 2011 hingen die nun auch in der TAZ abgelichteten Bilder immer noch (siehe TAZ-Artikel "Demo vor dem Gruselkeller der Polizei" vom 1. Juli 2011) .

Wie kommt das? Wurden die Darstellungen seinerzeit entfernt und dann doch wieder an der Flurwand angebracht?
Unterliegen die Räumlichkeiten des Polizeigewahrsams nicht irgendeiner verantwortlichen Kontrolle?

Zur Aufklärung der Sachverhalte bitten wir um ein Gespräch mit Vorschlägen, wie das Polizeigewahrsam zukünftig unter eine öffentliche Kontrolle gestellt werden kann und erbitten gleichzeitig einen Besichtigungstermin für eine Augenscheinnahme der Gewahrsamstelle durch eine Besucherdelegation.

Mit freundlichen Grüßen
Peter Rosenbaum, Ratsherr der Bürgerinitiative Braunschweig"


Auf unsere präzisen Fragen gibt es leider keine direkten Antworten des Polizeipräsidenten Döring. Auch die Frage der zukünftig herzustellenden öffentlichen Kontrolle wird umschifft.
Hier Auszüge aus dem zweiseitigen Antwort-Schreiben der Polizeidirektion:



14.7.2011

Ihr Schreiben vom 5. Juli 2011: "Entwürdigende Bilddarstellungen im Gewahrsamkeller"

In meinem Schreiben vom 12.1.2009 teilte ich Ihnen mit: "Die Fotos mit Fesselungsbeispielen im Braunschweiger Polizeigewahrsam wurden entfernt."

In Ihrem SChreiben vom 5. Juli weisen Sie darauf hin, dass die TAZ in dem von Ihnen erwähnten Artikel zur Illustration ein Foto abliechtete, auf dem das im Jahr 2008 kritisierte Fesselungsbild zu sehen ist. Das stimmt. Ihr Rückschluß allerdings, dass das Bild nach wie vor im Polizeigewahrsam hängt, ist falsch. Die TAZ hat auf ein Foto zurückgegriffen, das ihr von der BIBS zur Verfügung gestellt wurde. Die Bildunterschrift "Foto: BIBS" weist das jedenfalls aus.
...
Grundsätzliches zu den Fotos im Polizeigewahrscm: DIe Fotos wurden anlässlich des Tages der Offenen Tür 2003 aufgehängt, um den Besucherinnen und Besuchern die Abläufe darzustellen. Sie blieben hängen, weil nach wie vor Besuchergruppen durch das Gewahrsam geführt werden. Aus Gründen der Transparenz zeigen wir bei Führungen auch das Gesahrsam. Die Bürgerinnen und Bürger können sich davon überzeugen, dass es sich keinesfalls um einen "Gruselkeller" handelt, sondern um ein modernes Gewahrsam, dass den strengen Anforderungen an eine menschenwürdige Freiheitsentziehung genügt. Von den Möglichkeiten, diese Räume in Augenschein zu nehmen, machen im Verlauf eines Jahres zahlreiche Gruppen Gebrauch. (Z.B. eine in der kommenden Woche, die im Rahmen des SPD-Sommerprogramms die Polizeidirektion besichtigen wird; MdL Klaus-Peter Bachmann wird dabei sein... )
Die Räumlichkeiten und das Personal des Polizeigewahrsams unterliegen der Dienst- und Fachaufsicht der Polizeidirektion Braunschweig. Der ordnungsgemäße Betrieb ist in der Gewahrsamsordnung für Niedersachsen geregelt.
Die Entfernung des in der Kritik stehenden Fotos hat allerdings mit der Gewahrsamsordnung nicht unmittelbar zu tun.

Wir sind auch aufgrund Ihrer Kritik zu dem Ergebnis gekommen, dass die gezeigte Darstellung des Gefesselten tatsächlich nicht nur als Information, sondern unter Umständen von Menschen, die in Gewahrsam genommen wurden, als Einschüchtung hätte aufgefasst werden können.

Zur von Ihnen angesprochenen öffentlichen Kontrolle: Der "Europäische Ausschuss zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe (European Commitee for the Prevention of Torture an Inhuman or Degrading Treatment or Punishment - CPT)" besucht und untersucht sporadisch und ohne konkrete Ankündigung Einrichtungen, in denen Personen festgehalten werden. Derartige Überprüfungen haben in der Bundesrepublik im Spätherbst 2010 stattgefunden. Der Ausschuss besuchte das Polizeigewahrsam in Braunschweig in diesem Zusammenhang allerdings nicht.

Ansonsten verweise ich auf die vielfältigen Instrumente der bundesdeutschen Rechtsordnung, die hier genauso greifen wie in anderen öffentlichen Bereichen auch.
Mit freundlichen Grüßen
i.A.
Thomas Geese, Leiter Öffentlichkeitsarbeit


1. Foto-Abbildung in der TAZ vom 30.6.2011:
Die Bildunterschrift in der Print-Ausgabe der TAZ (die wir dem Brief an die Polizeidirektion beigefügt hatten) lautet nicht "BIBS" wie von der Polizeidirektion geschrieben, sonder stattdessen "Havlicek/BIBS". Die Redakteurin Havlicek hatte auf das Foto der BIBS-Besucherdelegation von 2009 zurückgegriffen, allerdings so redigiert, wie die Darstellungen noch Ende Juni 2011 von ihr auf dem Kellerflur vorgefunden wurden. In der elektronischen Darstellung verwendete die TAZ allerdings das alte Bild aus 2008 mit Bildquelle "BIBS".

2. Abhängung von Bildern: Es wurde also zwar ein Fesselungsfoto mit Händen und Fußfessungen auf dem Rücken offensichlich im Jan. 2009 aufgrund der damaligen öffentlichen Kritik abgehängt, aber die umrahmte und beschriftete Delle in der Wand "Kopfstoss gleich Kopflos" mit einem weiteren Fotobild eines liegenden Gefangenen an der Flurwand gelassen. So wurde es von der TAZ dann auch im Artikel vom 30.6.2011 beschrieben.

3. Keine öffentliche Kontrolle: Die angesprochene Kontrolle durch den europäischen Ausschuss zur Verhütung von Folter pp. fand also ausdrücklich (wenn auch im Satzbau merkwürdig verklausuliert) nicht statt.
Die hervorgehobenen Besucherdelegationen lassen den klaren Wunsch eines Kontroll-Besuchs durch die seinerzeitige Bürgergruppe unbeantwortet.
#4968
14. + 16.7.2011 BS Spaziergang gegen Polizeigewalt
Jul 12 2011 13:23:51
Spaziergang: Raus auf die Straße gegen Polizeigewalt!

Samstag, 16. Juli 2011 * 16 Uhr * Kohlmarkt

Wieder einmal ist die Braunschweiger Polizei in in den Blick der Öffentlichkeit geraten. In der Nacht vom 21./22. Juni 2011 wurden im westlichen Ringgebiet migrantische Jugendliche von der Polizei kontrolliert, ein Augenzeuge mischte sich daraufhin ein und fragte nach dem Grund der Personalien­kontrolle. Doch offenbar hat es die Polizei nicht gern, wenn ihre Arbeit kritisch hinterfragt wird. Der Augenzeuge wurde gegen eine Mauer gepresst, durchsucht und ohne weitere Angaben von Gründen in Gewahrsam genommen.

Doch damit waren die Beamten wohl noch nicht zufrieden, in seiner Hosentasche fanden sie den Schlüssel der Gastgeberin des Betroffenen. Ohne richterlichen Beschluss oder sonstige Rechtsgrundlage rückten die Beamten bei der entsprechenden Wohnung an und durchsuchten diese. Als Begründung musste herhalten, dass der Kontrollierte seinen Personalaus­weis nicht anbei hatte.

Bekannte des Verhafteten, die daraufhin zu der Polizeiwache gingen, um ihn von außen zu unterstützen, wurden ebenfalls verhaftet. Alle Betroffenen wurden gezwungen sich zu entkleiden. Sie wurden mit Schlägen und Tritten malträtiert, belei­digt und bedroht. „Wenn du nicht mit uns kooperierst brechen wir dir den Arm oder machen dir die Hoden ab” war dabei eine der Drohungen.

Allein im letzten halben Jahr ist es mittlerweile das dritte Mal, dass die Polizei bundesweit in die Schlagzeilen gerät. (...)

Ein weiteres, besonders extremes Beispiel ist die Gestaltung der Gefangenensammel-stelle in der Friedrich-Vogtländer-Straße, die den Gefangenen sofort vorführt, wie dort die Machtverhältnisse verteilt sind: Auf dem Weg zu den Zellen hängen Bilder, die Gefangene voll gefesselt in der Zelle liegend zeigen. Daneben befindet sich eine gerahmte Delle in der Wand, die mit der Unterschrift “Kopfstoß gleich kopflos” betitelt ist. Angeblich habe hier ein Gefangener “selbst seinen Kopf gegen die Wand geschlagen” wie es ein Polizeisprecher formu­lierte. Bereits am 29. Juni demonstrierten 50 Leute vor der Polizeidirektion in der Friedrich-Vogt-länder-Straße, hieran wollen wir anknüpfen und mobilisie­ren deshalb zu einem Spaziergang durch die Innenstadt, um die Übergriffe der Polizei öffentlich zu machen!

antifacafebraunschweig.blogsport.eu/2011/07/08/spaziergang-raus-auf-die-strase-gegen-polizeigewalt/#more-363
www.antifa-netzwerk.net/bs-16-7-spaziergang-gegen-polizeigewalt/


Uwe kommt!
Einladung 14. Juli 2011, 11.00 Uhr

Polizeistation Edemissen
Oelheimer Weg 7
31234 Edemissen

Innenminister Uwe Schünemann (CDU) wird beim Festakt in der neu gebauten Dienststelle Edemissen zugegen sein und das neue Gebäude einweihen.
Aus diesem Anlass findet ein kleiner Festakt in der Polizeistation Edemissen statt. Journalistinnen und Journalisten sind herzlich dazu eingeladen...
www.mein-braunschweig.de/nachrichten.php?artikel_id=333313
#4848
Aw: Schwere Vorwürfe gegen Braunschweiger Polizei-Gewahrsam erhärten sich
Jul 08 2011 10:41:49
Wehe, wenn die Tür zugeht -
was spielt sich eigentlich in Deutschlands Inhaftierungszellen ab?

Wenn man erst einmal inhaftiert und unter Polizeigewahrsam ist, ist das schon schlimm genug. Aber nicht genug, dann scheint man hierzulande der dritten Gewalt ziemlich willkürlich ausgesetzt zu sein - und das auch oft mit Zustimmung der Politik

Von Deutschland reden wir, nicht von Diktaturen!
Ein Fall aus dem hessischen Butzbach kam nun vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Wie peinlich und wie bedenklich, dass es einen Zug durch sämtliche gerichtliche Instanzen brauchte, um einem deutschen Staatsbürger zu seinem Recht zu verhelfen.

Bundesregierung muss Entschädigung zahlen
wegen unmenschlicher Hafthaltung

Die Bundesrepublik Deutschland muss nun einem Strafgefangenen wegen unmenschlicher Behandlung 10.000 Euro zahlen. So urteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte.

Aus den Akten ergab sich nämlich, dass der Inhaftierte eine ganze Woche lang in der Zelle ohne Kleidung auskommen musste. Als ihn nach drei Tagen der Gefängnispfarrer besuchte, war der Gefangene jedenfalls unbekleidet. Auffällig, dass dies erst aus den Akten hervorging, weder gab die involvierte Polizei die tagelange fehlende Bekleidung des Inhaftierten an, noch wusste der so Behandelte über seine Rechte Bescheid. Erst der Gerichtshof recherchierte und fand zu dieser unmenschlichen Behandlung Belege.

Nackte Tatsachen und völlig "üblich"
Die beschuldigte Bundesregierung verteidigte sich und teilte dem Gerichtshof mit, dass "die Unterbringung in solchen Zellen grundsätzlich ohne Kleidung erfolge - wenn mit Selbstverletzungen zu rechnen sei". Dieser Einwand erwies sich als unhaltbar. Der Gerichtshof konnte keine Suizid- oder Selbstverletzungsgefahr ermitteln und sah im Falle des Betroffenen eine unmenschliche Behandlung seitens der Polizeibehörde.

Wie sich die Handlungen ähneln
Die hessische Polizei gab an, der Gefangene habe sich "renitent" gezeigt, als er sich wehrte, in eine andere Zelle verlagert zu werden, darum kam es zu Gewalteinsatz seitens der Polizei. Quasi habe der Gefangene angefangen. Deshalb habe man ihn seiner Kleidung entledigt. Geschlagen wurde also auch er, dann entkleidet und dann in eine Einzelzelle gesperrt. Das kennen wir bereits. Es klingt weniger nach zufälliger Ereignisfolge, dafür mehr nach Dienstanweisung, wenn man die häufigen Vorfälle als auch die Art des Verlaufs betrachtet.

"Der Entzug von Kleidung könne Gefühle der Angst und Minderwertigkeit auslösen". Selbst wenn ein Suizid oder eine Selbstverletzung im Raum gestanden hätte, hätte reißfeste Kleidung völlig ausgereicht. (taz)

So hat man den Betroffenen eine Woche völlig nackt in der Zelle gehalten. Das klingt nach Viehhaltung und ist einfach unmenschlich. Man mag kaum glauben, dass hier von der Bundesrepublik Deutschland die Rede ist.

Angst, Ohnmacht, Minderwertigkeitgefühle beabsichtigt?
Auch im Braunschweiger Gruselkeller deuten die Bilder der bizarren Wandgalerie, die auch dann wie selbstverständlich bei einer Besichtigung von Besuchergruppen an der Wand prangen, auf eine höchst zweifelhafte Haltung und Art zum Umgang mit den Menschenrechten hin. Auch diese bedrohlichen fein säuberlich eingerahmten Drohszenarien sollen ja gerade laut Angaben der Vollzugsbeamten abschrecken und Angst machen. Sollen Besucher und Insassen gleichermaßen ängstigen. Wer dies so offen ausspricht, der nimmt also nicht nur Angst sondern auch Gefühle von Ohnmacht gegen den Staatsapparat als auch Minderwertigkeitsgefühle voll in Kauf.

Was würde wohl der Europäische Gerichtshof zu den aktuellen Vorkommnissen in Braunschweigs Gruselkeller sagen, was zu den frauenfeindlichen Bemerkungen gegenüber Cécile Lecomte und was zu dem malträtierten jungen Mann, den man ebenfalls erst einmal nackt sehen wollte, ohne Begründung?

Als Antwort einfach "Blödsinn!" sagen - wie sich Polizei"sprecher" Grande auszudrücken versuchte, würde sich der Gerichtshof mit Sicherheit nicht erlauben können.

Frau Mundvoll
#4820
Aw: Schwere Vorwürfe gegen Braunschweiger Polizei-Gewahrsam erhärten sich
Jul 07 2011 08:44:36
Die BIBS-Fraktion nimmt die seinerzeitige Diskussion um die Gewahrsamsstelle wieder auf mit einem Brief vom 5.7.2011 an die Braunschweiger Polizeidirektion:


"Betr. entwürdigende Bilddarstellungen im Gewahrsamkeller

Sehr geehrter Herr Döring,

ich komme heute zurück auf unseren Schriftverkehr aus der Jahreswende 2008/2009 in Sachen Braunschweiger Polizeigewahrsam und dort seinerzeit vorgefundenen fragwürdigen Bilddarstellungen an den Flurwänden.

Noch am 12.1.2009 endete unser Schriftverkehr mit der Zusicherung aus Ihrer Direktion:

> "Die Fotos mit Fesselungsbeispielen im Braunschweiger Polizeigewahrsam wurden entfernt", damit sei "insbesondere der Forderungen des Europäischen Ausschusses zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe nachgekommen worden." (Brief der Polizeidirektion Braunschweig an die BIBS-Fraktion vom 12.1.2009)

Die entwürdigenden Bilddarstellungen wurden aber offensichtlich nicht oder nur teilweise entfernt, denn am 29. Juni 2011 hingen die nun auch in der TAZ abgelichteten Bilder immer noch (siehe TAZ-Artikel "Demo vor dem Gruselkeller der Polizei" vom 1. Juli 2011) .

Wie kommt das? Wurden die Darstellungen seinerzeit entfernt und dann doch wieder an der Flurwand angebracht?
Unterliegen die Räumlichkeiten des Polizeigewahrsams nicht irgendeiner verantwortlichen Kontrolle?

Zur Aufklärung der Sachverhalte bitten wir um ein Gespräch mit Vorschlägen, wie das Polizeigewahrsam zukünftig unter eine öffentliche Kontrolle gestellt werden kann und erbitten gleichzeitig einen Besichtigungstermin für eine Augenscheinnahme der Gewahrsamstelle durch eine Besucherdelegation.

Mit freundlichen Grüßen
Peter Rosenbaum, Ratsherr der Bürgerinitiative Braunschweig"
#4803
Aw: Schwere Vorwürfe gegen Braunschweiger Polizei-Gewahrsam erhärten sich
Jun 30 2011 20:46:38
DIE LINKE fordert Aufklärung der Vorgänge in Braunschweiger Polizeiwache
Beitrag von Christian Degener im braunschweig-spiegel

DIE LINKE im Landtag will die Vorgänge in der Braunschweiger Polizeiwache in der Friedrich-Voigtländer-Straße in der Nacht zum 22. Juni 2011 zum Thema im Landtag machen.(...)
#4745
Aw: Schwere Vorwürfe gegen Braunschweiger Polizei-Gewahrsam erhärten sich
Jun 30 2011 20:28:30
Aus der "Gruselkammer" (taz) der Braunschweiger Polizei

Die taz berichtet: "Polizeisprecher Joachim Grande hatte die Vorwürfe gegenüber der taz zunächst als "Blödsinn" bezeichnet. Davon ist er mittlerweile abgerückt. "Wir werden nichts vertuschen", sagt er. Bereitwillig zeigt er den Flur des Gewahrsams im Keller der Polizeidirektion. Bilder hängen an der Wand: Ein Gefangener, gefesselt auf einer Zellenpritsche. Daneben, säuberlich gerahmt, eine Delle in der Wand, unter der steht: "Kopfstoß gleich kopflos". Da habe vermutlich ein Gefangener seinen Schädel vor die Wand gehauen, erklärt Grande. Warum die Delle immer noch da ist? Um die zu entfernen, brauche es Geld von der öffentlichen Hand, meint er. "Für Spachtelmasse."

www.taz.de/1/nord/artikel/1/demo-vor-dem-gruselkeller-der-polizei/

Auch der Fall Lecomte und die Gruselgalerie kommen dabei zur Sprache.


Die Fälle häufen sich...

„Wenn du nicht mit uns kooperierst, brechen wir dir den Arm oder machen dir die Hoden ab“

Soll­ten sich die Ver­dachts­fäl­le er­här­ten, dann ist es um den Ruf der Braun­schwei­ger Po­li­zei mal wie­der nicht gut ge­stellt. Er­in­nert sei an den Braun­schwei­ger Kes­sel von 2005.
In die­sem Fall geht es um das will­kür­li­che Han­deln der Po­li­zei bei und nach einer Per­so­na­li­en­kon­trol­le in Braun­schweigs West­stadt.

Eine Mut­ter aus Salz­git­ter hat in­zwi­schen Straf­an­zei­ge gegen Po­li­zis­ten er­stat­tet, weil sich ihr 16- jäh­ri­ger Sohn auf der Wache nackt aus­zie­hen muss­te und von vier Po­li­zis­ten trak­tiert wor­den sei. Ein Po­li­zist habe ihm mit der Faust ins Ge­sicht, in den Na­cken und die Ma­gen­gru­be ge­schla­gen. Ein te­le­fo­ni­scher Kon­takt des Min­der­jäh­ri­gen mit der Mut­ter sei ver­wei­gert wor­den und auch das Ju­gend­amt sei von der Po­li­zei nicht ein­ge­schal­tet wor­den. Das ergab die par­la­men­ta­ri­sche Auf­ar­bei­tung des Falls im Rat.

finni.blogsport.de/

Polizist reagiert wenig souverän auf pöbelnden Schüler
Von Tobias Morchner

Schlechte Umgangsformen: Ein Sechstklässler der Wilhelm-Raabe-Schule in Hannover ruft „Bulle“ aus dem Fenster – und der Polizist reagiert wenig souverän auf die verbale Attacke .

Hannover. Ein verbale Auseinandersetzung zwischen einem Polizisten und den Schülern einer sechsten Klasse hat dem Beamten eine Anzeige wegen Beleidigung eingebracht. Ein Schüler hatte ihn als „Bulle“ tituliert, von der lautstarken Reaktion des Polizisten aber fühlten sich insbesondere die Mitschüler beleidigt.

Der Polizist machte kehrt, rannte ins Schulgebäude, fand die Klasse und baute sich, ohne mit der verdutzen Lehrerin auch nur ein Wort gewechselt zu haben, vor den Kindern auf. Da im Klassenzimmer dennoch nicht augenblicklich Ruhe einkehrte, schlug der 52-Jährige nach übereinstimmender Darstellung mit der Faust auf einen Tisch, an dem zwei Schüler saßen, und rief: „Setzt euch jetzt hin. Welches von euch Arschlöchern will eins auf die Fresse?“ Sein anschließender Satz: „Das ist die Sprachebene, auf der wir uns gerade bewegen“ ging offenbar in der allgemeinen Empörung unter. Später stellte sich aber heraus, dass 19 von 33 Schülern diesen Zusatz gehört hatten.
Der Schüler entschuldigte sich freiwillig. Nach Auskunft der Lehrerin erklärte der 52-Jährige den Schülern, dass die Bezeichnung „Bulle“ für einen Polizisten den Straftatbestand der Beamtenbeleidigung erfülle und dass man ab dem Alter von 14 Jahren dafür zur Rechenschaft gezogen werden könne.
www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Polizist-reagiert-wenig-souveraen-auf-poebelnden-Schueler

Und wie schon häufig und immer wieder im Irrtum behaftet, dass es so etwas wie eine "Beamtenbeleidigung" wirklich geben würde.
#4743
Aw: Schwere Vorwürfe gegen Braunschweiger Polizei-Gewahrsam erhärten sich
Jun 30 2011 07:58:28
Warum hält man im Polizeigewahrsam - trotz gegenteiliger Bekundungen - an sadistischen Anspielungen fest, ist doch hier die Frage.

Welche Wirkung, wenn nicht Einschüchterung, Angst und Erniedrigung, will man mit der drapierten und gerahmten Beule in der Flurwand in Kopfhöhe erzielen?

Die Verantwortlichen werden diese Fragen zu beantworten haben, über Konsequenzen dieses Bruchs eigener Zusagen noch mit Brief vom 12.1.2009 muß nachgedacht werden.

Zum Verlauf der Kundgebung vor dem Polizeigewahrsam am Mittwoch findet Ihr im braunschweig-spiegel eine gute Berichterstattung:
die Würde des Menschen ist unantastbar
#4738