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Fürstenausstellung mit "Helden" und Reliquien

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6 Jahre 5 Monate her - 6 Jahre 5 Monate her #10389 von Rosenbaum
** This thread discusses the content article: Fürstenausstellung mit "Helden" und Reliquien **



Man könnte auch fragen, wofür braucht Braunschweig eigentlich Helden? - oder:

Wieviel provinzielle Beschränktheit oder hohler Lokalpatriotismus folgt wohl noch?
(siehe auch den Artikel dazu von Andreas Matthies seinerzeit auf Braunschweig-Spiegel )

Die ideologische Marschroute zur Ausstellungs-Trilogie von "13" bis "15" im Braunschweigischen Landesmuseum war von einer exklusiven Historiker-Runde unter Führung eines engen Weggefährtens von Ex-OB Hoffmann, Prof. Stölzl  im Rathaus des Jahres 2012 ersonnen worden (siehe hier im früheren Thread "Konzeptpapier...": Das Hochzeitsprojekt könnte belächelt werden )

Der Grundgedanke des Konzeptes war:
Die Hochzeit der Kaisertochter zur Jahrhundert-Feier 1913/2013 stark bejubeln und das Kriegsjahr 1914 in den Hintergrund drängen.

Auch die "Helden" -Ausstellung zum Schwarzen Herzog im Jahre 2015 scheint nun immer noch dieser Marschroute zu folgen.

Zwar kommt der Titel der Ausstellung "Wann ist ein Held ein Held?" mit einem Fragezeichen daher, bei manch einem Exponat stand dann die Antwort aber bereits fest, hier habe man es mit dem Kleidungsstück des Braunschweigischen "Helden"-Fürsten zu tun.


Die "Heldenhose" des Fürsten

...weiter im Folge-Beitrag
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6 Jahre 5 Monate her - 6 Jahre 5 Monate her #10390 von Rosenbaum
Die "Heldenhose" des Fürsten

Einer Reliquie gleich wird nun in der Ausstellung die Heldenhose - ohne Anführungs-oder Fragezeichen - an exponierter Stelle in einer Vitrine ausgestellt.

Die Leiterin des Landesmuseums, Frau Dr. Pöppelmann, die auch wie Prof. Stölzl am seinerzeitigen Konzeptpapier mitgewirkt hat, schwärmte bereits im Jahre 2012 von eben dieser "Heldenhose".


Siehe auch den Beitrag zum martialischen Heldenkult

Öffentlich finanzierter Heldenkult

Als hätte ich es geahnt, erscheint nun heute mit 8-seitiger Beilage zur heutigen Ausgabe vom 4.6.2015 "Der Löwe" - herausgegeben von der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, deren Vorsitzender immer noch Ex-OB Gert Hoffmann ist, mit einem Hochgesang auf den Schwarzen Herzog, wo und wie die tötliche Kugel ihn kurz vor Waterloo im Jahre 1815 traf und wo überall dem Helden-Kult nachgekommen werden kann.

Alles von den seinerzeitigen Hofberichterstattern Ralf-Herbert Meyer und Erst-Johann Zauner rund um das Schloss-Thema, Quadrige und Reiterstandbild in Szene gesetzt.

Die Frage darf erlaubt sein, warum denn - immer noch - die Kreise um Hoffmann, Borek & Co die öffentlichen Stiftungsgelder für ihre militaristischen Geschichtsinterpretationen zur "Braunschweigischen Identität" ausleben dürfen.
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6 Jahre 5 Monate her - 6 Jahre 5 Monate her #10408 von Rosenbaum
Böses Erwachen zur Ausstellungseröffnung am 21.5.2015

Als Festredner hatte man sich im Braunschweigischen Landesmuseum den Vize-Präsidenten des Landtags, Klaus-Peter Bachmann (SPD), eingeladen.

Der aber mochte dem Identität-stiftenden Heldenkult des "Braunschweigischen" überhaupt nicht folgen.

Im Gegenteil:
Für ihn seien "Helden" eher die Hilfsbereiten, z.B. die Feuerwehr-Männer oder diejenigen, die sich aktuell in der Hilfe für die Flüchtlinge engagierten.

Ob das den Vorstellungen der geladenen Gäste rund um den Welfenprinzen Heinrich von Hannover entsprach, wäre eine berechtigte Frage.

Helden, SS-Aufseher und Himmler

Vollends brüskiert haben dürfte der Festredner Bachmann die erlesene Gesellschaft dann mit seinem Bezug zum Heldenkult der Nazis und deren festen Glauben, dass einst die SS-Aufseher der Konzentrationslager als Helden gerühmt würden.
Er verwies dazu auf die späten Briefe Himmlers und seine Posener Rede -
Die Arbeit der SS in den KZ´s sei ein "niemals geschriebenes und niemals zu schreibendes Ruhmesblatt unserer Geschichte", siehe z.B.:
www.n-tv.de/politik/Himmler-und-die-goldigste-kleine-Frau-article12360181.html .

Himmler in einer Reihe mit dem Schwarzen Herzog ?

Die SS mit ihrem Chef Himmler hatte rein äußerlich die schwarzen Uniformen und den Totenkopf mit dem Schwarzen Herzog gemein. So stand der Totenkopf seit dem Schwarzen Herzog für unerbittliche Kriegführung und für allgmeine Bedrohung und Vernichtung.

"Pardon wird nicht gegeben"

Schwere Kost für die neuen Identitäts-Stifter.
Diese historischen Bezüge bleiben bei der Landesausstellung zum Heldenkult um den Schwarzen Herzog völlig ausgeblendet.


Umso lauter muss die Frage erhoben werden: Was soll der Heldenkult für die heutige Zeit und jetzt für Braunschweig bedeuten?

siehe auch zur Bedeutung des Totenkopfes
www.braunschweig-online.com/bibs-forum/48-artikel-der-startseite/9013-braunschweiger-totenkopf-pardon-wird-nicht-gegeben.html#9013
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6 Jahre 5 Monate her - 6 Jahre 5 Monate her #10420 von Rosenbaum
Samstag, am BIBS-Infostand, entspann sich eine Debatte über Bachmanns Helden-Verständnis und es wurde hinterfragt, was den SPD-Politiker zu der ja doch provokanten Spiegelung des Schwarzen Herzogs auf die KZ-Schergen Himmlers und der SS bewogen haben könnte.

Auf Bachmanns Homepage ist unter dem 21. Mai 2015 die Ankündigung zu lesen, er werde bei der Ausstellungseröffnung im Landesmuseum eine Rede halten:

"Am 21. Mai hält Klaus-Peter Bachmann eine Rede bei der Ausstellungseröffnung "Moderne Helden" im Landesmuseum."
www.klaus-peter-bachmann.de/aktuell/termine/2015/461682.php?page=2


Kein Wort zum Schwarzen Herzog und zu Heldenkult und nicht mal die exakte Erwähnung des Titels der Ausstellung.

Merkwürdig auch: Mit der Ausnahme von www.braunschweig-online.com gibt es so gut wie keine Wahrnehmung dieser Ausstellungseröffnung des Braunschweigischen Landesmuseums in der örtlichen Presse.

Man lässt die monarchistischen und militaristischen Kreise ihre geschichtlichen Sichtweisen ausbreiten, finanziert diese auch noch aus öffentlichen Stiftungsgeldern, redet aber nicht mehr groß darüber - zu Zeiten von EX-OB Hoffmann undenkbar.

Nun überlässt man aber nicht mal so die Meinungshoheit der politischen Konkurrenz, oder? Auch diese Frage ist also immer noch offen:
Was bezweckte Bachmann mit seiner provokanten Rede und warum findet man dazu nichts auf seinen und den SPD-Seiten?
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