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Bündnis gegen Rechts in BS

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11 Jahre 7 Monate her - 11 Jahre 7 Monate her #3150 von bruno
Die öffentliche Auseinandersetzung über die Agnes Miegel Str. in Stöckheim geht weiter.
Heute wieder mit zwei Leserbriefen in der Braunschweiger Zeitung.

Der eine Leserbrief weist mit Auszügen des Wirkens von Agnes Miegel auf die Dringlichkeit einer Tilgung aus dem öffentlichen Straßenraum hin.

Der zweite Leserbrief dagegen ist ähnlich gestrickt wie der von vor drei Tagen und möchte ganz bewußt das Andenken von Agnes Miegel bewahrt sehen.

Der Antrag zur Umbenennung hat also eine durchaus positive Wirkung gehabt; man nimmt überhaupt erst einmal wahr, wen wir eigentlich so im öffentlichen Raum ehren und hofieren und hinterfragt dann, ob das so in Ordnung ist.
Damit wird einer heimlichen Verehrung von faschistischem Gedankengut der Boden entzogen.
Die heimlichen Verehrer(innen) müssen sich der Diskussion stellen, und das ist gut so.

Die Umbenennung am Ende des Diskussionsprozesses ist dann auch wichtig, aber das Entscheidende zur Bewußtmachung passiert im Moment, übrigens auch im anderen forum, dem bs-board.
Letzte Änderung: 11 Jahre 7 Monate her von bruno.

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11 Jahre 7 Monate her - 11 Jahre 7 Monate her #3167 von Rosenbaum
Die Debatte um die Würdigung von Agnes Miegel geht in der Braunschweiger Zeitung munter weiter.
Heute erschienen wieder zwei Leserbriefe, der eine ("Ein Eintritt in die NSDAP war keinesfalls zwingend erforderlich") widerspricht der vorgetragenen Auffassung eines gestrigen Schreiber, man hätte im Dritten Reich als Schriftstellerin schließlich mitmachen müssen.

Der andere verteidigt Agnes Miegels Werk als Heimatdichterin zur Erinnerung an die verlorene Heimat, alles politische müsse man ausklammern und zieht einen Vergleich zu Sartre und Picasso:
"Mit Recht werden Kommunisten wie Sartre oder Picasso nach wie vor als Schöpfer ihrer Werke verehrt, obwohl sie mit den verbrecherischen Regimen ihrer Zeit sympathisierten. Wir haben heute genug Probleme, lassen Sie doch die Straßennamen." (aus dem Leserbrief von Erika T. vom 15.10.2010)

Auch hier wieder die durchschimmernde Sehnsucht nach heimlichem Gedenken von Leuten mit ihren Identifikationsfiguren.

Allein durch den Vorschlag auf Umbenennung der Straße werden Denkmuster sichtbar, die das kollektive Gedächtnis längst ausgeklammert hatte.
Letzte Änderung: 11 Jahre 7 Monate her von Rosenbaum.

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11 Jahre 7 Monate her #3168 von Axel
Passend zum Thema gibt es in Berlin eine aktuelle Austellung.

"Hitler und die Deutschen": Ein Führer aus der Hefe des Volkes

Das Deutsche Historische Museum Berlin sucht nach Antworten auf die Frage, wie ein ganzes Volk einem Diktator und dessen Vernichtungspolitik verfallen konnte. Eine Hitler-Austellung ist in Deutschland eine Seltenheit Von Anja Lösel

Quelle: Stern.de


www.stern.de/kultur/kunst/hitler-und-die-deutschen-ein-fuehrer-aus-der-hefe-des-volkes-1613900.html

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11 Jahre 7 Monate her #3170 von Frau Mundvoll
Interessant ist diese Passage aus dem Stern-Artikel:
"von der Krise, die Hitlers Erfolg möglich machte, von Arbeitslosen und Obdachlosen"... nicht genannt werden aber immer noch die vielen Hintermänner, die den Mann "aus der Hefe" empor protegiert haben und die damalige revisionistische Weimarer Presse, die beide wiederholt und immer wieder dem Volk weismachten, wie sehr man doch aus dem ersten Weltkrieg gedemütigt worden und verletzt worden sei.

Eigentlich aber lagen die Verletzungen von Stolz und die hohe Unsicherheit des Volkes eher darin begründet, dass eine Wirtschaftskrise herrschte, Angst vor Arbeitslosigkeit, die damals überaus hoch war und Zukunftsängste. Also ganz pragmatische, naheliegende Verzweiflung, die die Menschen beherrschte, nicht vorwiegend Ehrverletzungen durch einen verlorenen Krieg.

Um davon abzulenken,musste Nationalstolz her und um einen "deutschen Führer" und die späteren Gräueltaten möglich zu machen. Und der wirtschaftliche Aufschwung wurde mittels erneutem Krieg gemacht, nicht durch marktwirtschaftlich geschickte Steuerung und friedlichen Instrumenten. So löste man die Krise mit Krieg. Diese falsch verstandene und am Ende tödliche Identitätsfindung führte letztlich in den Ruin.

Was wir heute daraus lernen könnten, wäre, die Arbeit der politischen Hintermanner, die damalige Agitation der Tagespresse und die darauf agierenden Politiker mehr unter die Lupe zu nehmen, denen es offenbar sehr recht war, einen Mann aus Bürgerkreisen hochkommen zu lassen, weil sie nicht dazu fähig waren, die Krise zu bewältigen, Arbeitsplätze zu schaffen, eine zukunftsorientierte, soziale und nachhaltige Politik zu machen.

Wie steht's denn heute damit?
Brauchen wir deshalb eine Miegel-Straße?
Brauchen wir deshalb Ausländer als Feinde?
Kommen deshalb so häufig diese merkwürdigen Ausländer- und Zuwanderungsdiskussionen auf, obwohl die Zuwanderung eindeutig und nachweislich zurück gegangen sind?

Frau Mundvoll

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11 Jahre 7 Monate her - 11 Jahre 7 Monate her #3173 von Luziefer-bs1
Schließe mich da ganz und voll mit an.
Was brauchen wir Straßenbennung nach einer Dichterin die den falschen Kult verehrte und huldigte.Ich wollte an dieser Stelle eigentlich schon gegen morgen ein Link setzen von meiner Seite mit einer Interessanten Doku.
Aber wie es nun mal so ist, wurde meine komplette Seite dicht gemacht.Seit dem 15.10 kein Zugang mehr.
Wie auch immer die Huldigung des betreffenden Österreicher ist schon recht heftig.
Es werden und wurden Müten aufgebaut die gar nicht der wahrheit entsprechen.Adolf war alles andere an der nette Onkel,von wegen bescheiden und nur dem Volk dienend.
Nein er vergriff sch an der Parteikasse,war vorbestraft und sich selber bereichert ohne ende.Hierzu mal der erste Teil Hitler Geld.
Wer alles sehen möchte muss auf den Namen bei Youtube anklicken unter links und mal durch die Liste gehen.

www.youtube.com/user/dokumentaro#p/c/76D832F9977930B7/0/IRGTMZUN__s

Wie gesagt hätte gerne nur den Link eingestellt,aber die böse Zensur hat mal wieder zugeschlagen.
Ich zumindest frage mich warum man nicht die Max Jüdel Stiftung irgedwo erwähnt.
Schließlich hat Max Jüdel mit der Max Jüdel Stiftung der Stadt Braunschweig gut 6 Millionen Reichsmark geschenkt.
Viellecht um nur mal einen überblick zu bekommen wie viel Geld das war, der Durchschnittslohn damals lag bei 2 Reichsmark pro Tag.Also ungefähr bei 52 Reichsmark im Monat gerechnet über 26 Arbeitstage.Ein Facharbeiter konnte damals gut 6 Reichsmark am Tag verdienen,also ungefähr 156 Reichsmark.Demzufolge ein Jahreslohn des Facharbeiters von 1872 Reichsmark,wärend der Durchschnittsverdienen 624 Reichmark verdiente. Ein Facharbeiter müsste so ungefähr 32051 Jahre arbeiten um auf die Summe zu kommen und ein Durschnittsverdiener ungefähr 96153 Jahre.
Die Max Jüdel Stiftung wurde gegründet um Arbeiter zu helfen die in Not geraten sind,also so zusagen das Sozialamt anfang des 19OO Jahrhunderts.
Irgendwann verläuft sich die Spur der Max Jüdel Stiftung.Das einzig was bleibt ist eine Straßenbenennung in der Südstadt nahe des damaligen Arbeitslager.
Auf Grund der gewaltigen Summe die die Stadt Braunschweig damit bekommen hat und der Tatsache das Max Jüdel um 1900 der größte Arbeitgeber in der Region war, verwundert mich schon das nicht eine etwas größere Ehrung dieses Mannes und der Stiftung erfolgte. Selbst auf der HP der Stadt erscheint diese nicht mehr,siehe Link:
( Das rote Feld anklicken)

www.mi.niedersachsen.de/live/live.php?navigation_id=15110&article_id=62167&_psmand=33

Man findet dort alles,auch die NewYorker Stiftiftung,aber nicht die Max Jüdel Stiftung.
Sehr merkwürdig das ganze.


;)
Letzte Änderung: 11 Jahre 7 Monate her von Luziefer-bs1.

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11 Jahre 7 Monate her #3174 von Daniel

Luziefer-bs1 schrieb:
www.mi.niedersachsen.de/live/live.php?navigation_id=15110&article_id=62167&_psmand=33

Man findet dort alles,auch die NewYorker Stiftiftung,aber nicht die Max Jüdel Stiftung.


Blätter mal bis auf Seite 91, dort wird die Max Jüdel Stiftung erwähnt!

NAME - Jüdel-Stiftung
SITZ - Braunschweig
Anschrift über - Stadt Braunschweig
STR - Postfach 33 09
PLZ - 38023
ORT - Braunschweig
ZWECK - Gewährung von Beihilfen an hilfsbedürftige Einwohner der
Stadt - Braunschweig im Falle wirtschaftlicher Not
ANERKENNUNG - 1911
AZ - 11741/42-14


Daniel

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